Lenzburg
«Was Greta macht, ist richtig und mutig»: Bezirksschülerin nimmt an der Jugendsession teil

Die 15-jährige Lenzburgerin Vanessa Shkenza vertritt die Schule Lenzhard während vier Tagen in Bern. Das Motto der diesjährigen Jugendsession ist Nachhaltigkeit – ein Thema, das der Bezirksschülerin als Juso-Mitglied sehr am Herzen liegt.

Valérie Jost
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Ihr Lieblingsfach ist Mathematik: Vier Tage lang wird die 15-jährige Vanessa Shkenza an der Jugendsession in Bern über Nachhaltigkeit diskutieren.

Ihr Lieblingsfach ist Mathematik: Vier Tage lang wird die 15-jährige Vanessa Shkenza an der Jugendsession in Bern über Nachhaltigkeit diskutieren.

Valérie Jost

«Ich liebe es, zu diskutieren und zu debattieren», sagt Vanessa Shkenza. «In der Schule diskutiere ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen alle möglichen Themen, das geht von politischen Parteien bis zur Definition eines Bünzlis.»

Die 15-jährige Bezirksschülerin aus Lenzburg nimmt ab heute als einzige Vertreterin der Schule Lenzhard an der viertägigen Eidgenössischen Jugendsession in Bern teil. Das Projekt der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) existiert seit 1991 und ist ein «Beispiel für gelebte Citoyenneté», wie es in einer Mitteilung der SAJV heisst: «Die Jugendsession fördert die Partizipation der Jugend durch Mitreden, Mitgestalten und Mitentscheiden.»

Vanessa Shkenza ist an der Jugendsession eine von 200 Schweizer Jugendlichen, die gemeinsam mit 46 Jugendlichen aus Europa über Nachhaltigkeit diskutieren und eine Vision für die Zukunft entwerfen. «Ich freue mich sehr auf diesen Austausch und darauf, neue Leute mit unterschiedlichen Meinungen kennen zu lernen», sagt die Schülerin, die bis zu ihrem fünften Lebensjahr in Italien aufwuchs und fünf Sprachen spricht (Albanisch, Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch). Zur Teilnahme kam sie über ihren Klassenlehrer: «Ich kannte das Projekt zwar schon, hatte mir bis dahin aber nie Gedanken gemacht, selbst teilzunehmen.» Nun freue sie sich aber sehr, dass sie ausgewählt wurde. «Mir ist es wichtig, dass das Thema Klimawandel auch 2022 weiter behandelt wird.»

Sie beschäftigt sich an der Session mit Kreislaufwirtschaft

Neben dem Klima liegt ihr auch Gleichberechtigung am Herzen: «Als ich die letzte SRF-Arena geschaut habe, dachte ich wieder einmal, dass Frauen und allgemein alle Menschen die gleichen Rechte haben müssten. Aber es ist das Jahr 2021 und wir reden immer noch darüber.» Sie hoffe, dass es irgendwann normal sei, dass alle gleichberechtigt sind.

Politisch ordnet sich Shkenza klar links ein – seit diesem Jahr ist sie Mitglied der SP-Jungpartei Juso. Was die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg macht, findet sie denn auch «richtig und mutig». Als Vorbild sehe sie Thunberg aber nicht: «Mein Vorbild ist meine Mutter, weil sie eine sehr schöne Weltperspektive hat, dabei aber auch die Realität sieht.»

An der Jugendsession wurde sie in die Gruppe eingeteilt, die sich mit Kreislaufwirtschaft beschäftigt. «Ein spannendes Thema, in dem zwar schon viel gemacht wird, aber auch noch mehr gemacht werden könnte», sagt sie. Drei Tage lang wird die Gruppe Ideen sammeln, diskutieren und entscheiden, was davon am Sonntag vorgestellt wird. Denn dann wird Nationalratspräsident Andreas Aebi die erarbeiteten Visionen der verschiedenen Gruppen sammeln.

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