Lenzburg/Wettingen
Lenzburg verliert Berufsschau an Wettingen, Stadtrat übt Kritik

Die Aargauische Berufsschau findet 2015 nach 34 Jahren nicht mehr bei der Berufsschule Lenzburg statt. Neuer Standort ist Wettingen. Der Lenzburger Stadtrat fühlt sich übergangen.

Pascal Meier
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Die Berufsschau 2013 war die letzte in Lenzburg

Die Berufsschau 2013 war die letzte in Lenzburg

Aargauischer Gewerbeverband

Über 35000 Besucher strömten im September 2013 auf das Areal der Aargauischen Berufsschau und machten die Ausstellung bei der Berufsschule Lenzburg einmal mehr zu einer der grössten Veranstaltungen im Kanton. Die Branchenverbände präsentierten rund 200 verschiedene Berufe, um vor allem Oberstufenschülern eine Orientierung in der Berufswahl zu bieten.

Diese 13. Ausgabe der Berufsschau war die letzte in Lenzburg – nach über 30 Jahren. Seit 1981 hatte die beliebte Ausstellung alle zwei bis drei Jahre hier ihre Tore geöffnet. Neuer Standort ist das «Tägi» Wettingen, wo vom 8. bis 13. September 2015 rund 40 000 Besucher zur 14. Berufsschau erwartet werden.

Aussteller wollen «festes Dach»

Für den Standortwechsel gab es laut dem Organisator, dem Aargauischen Gewerbeverband, mehrere gute Gründe: Die bisher genutzte Landfläche neben der Lenzburger Berufsschule wird mit einem Mehrfamilienhaus überbaut und kann deshalb nicht mehr für die Ausstellung genutzt werden. Zudem hätten sich viele Aussteller in den grossen Zelten ein «festes Dach» gewünscht, weil sich Temperaturen und Feuchtigkeit in den Zelten trotz grossem technischen Aufwand nicht optimal steuern liessen.

Hinzu kommt: Das OK musste für die Besucher extra eine Passerelle über die Hauptstrasse bauen. «Wir haben deshalb mit der Stadt und der Berufsschule Gespräche geführt, aber keine Lösung gefunden», sagt OK-Präsident Peter Fröhlich. «Das Wettinger ‹Tägi› ist eine gute Alternative. Wenn sich dieses bewährt, werden wir dort bleiben.»

In Wettingen reagiert man erfreut auf den Umzug. «Wir sind stolz, dass der Aargauische Gewerbeverband die nächste Berufsschau bei uns organisiert», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. «Es ist ein Bekenntnis zu einem idealen Messestandort im Tägerhard.» Dieser biete «gute räumliche und logistische Voraussetzungen» und setzte die Tradition regionaler und überregionaler Ausstellungen fort.

Stadtrat: «Gespräch spät gesucht»

Der Lenzburger Stadtrat dagegen bedauert den Wegzug der Berufsschau. «Die Ausstellung war für uns wichtig und wir haben diese geschätzt», sagt Stadtammann Daniel Mosimann. Dem Stadtrat sei bewusst, dass die Rahmenbedingungen bei der Berufsschule schwierig geworden seien. «Unschön ist aber, dass man mit uns das Gespräch erst gesucht hat, nachdem der Entscheid bereits gefallen war.» Im Gespräch hätten sich vielleicht neue Möglichkeiten ergeben. «Der Stadtrat wäre bereit gewesen für andere Lösungen, hatte diese Chance aber leider nicht.»

OK-Präsident Peter Fröhlich hält dazu fest: «Wir waren in Kontakt mit der Stadt Lenzburg und sind der Ansicht, korrekt vorgegangen zu sein.»