«Help! Helfen Sie uns im Kampf gegen einen Pädophilen», steht auf einer von fünf A4-Seiten, die ein Unbekannter in die Kamera hält. Von ihm sind während des gesamten YouTube-Films nur die Fingerspitzen zu sehen.

Mit dem Video will der Unbekannte, der angibt aus Lenzburg zu stammen, angeblich einem «mehrfach verurteilten Pädophilen aus Zürich» auf die Schliche kommen und bittet deshalb um finanzielle Unterstützung.

Auf einem weiteren A4-Blatt zeigt er in dem Video die Kontodaten. Die «Neue Aargauer Bank», bei der der Unbekannte das Konto hat, wollte gegenüber «20 Minuten Online» aufgrund des Bankgeheimnisses keine Stellung beziehen. Wofür der Mann schlussendlich das Geld einsetzen will, wird aus dem Video nicht klar.

Kantonspolizei ist «skeptisch» – Betrüger am Werk?

Die Kantonspolizei Aargau steht dem Fall gemäss «20 Minuten Online» «skeptisch» gegenüber. «Wir wissen nicht, von welchem Pädophilen in diesem Video die Rede sein soll», sagt Polizei-Sprecher Bernhard Graser gegenüber az.

Sie hätten das Video nun erst einmal registriert. Konkrete Ermittlungen hätte die Polizei jedoch noch nicht aufgenommen, so Graser. Denn grundsätzlich ist das Betteln um Geld im Internet nicht straffällig, sofern es sich nicht um einen Betrug handelt. Weil es jedoch in dem Video primär um Pädophilie gehe, prüft die Polizei derzeit, ob und wie sie dagegen vorgehen könne.

Die Polizei warnt ausserdem davor, auf dieses Video einzugehen. «Es ist gut möglich, dass dieser Mann nur um Geld bettelt und hofft, dass ihm Gutgläubige Geld zuschicken, um das Konto aufzubessern, sagt Graser und fragt sich: «Warum soll jemand, der entsprechende Hinweise hat, nicht sofort die Polizei informieren und stattdessen Geld einbezahlen?» (sha)