Lenzburg
Tiefgarage auf dem Schulweg: Baugesuch muss überarbeitet werden

Der Stadtrat hat das Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus am Grabenweg wegen der «sensiblen Lage» abgewiesen. Es sei eine «bessere Einpassung in das bestehende Ortsbild» erforderlich. Gemäss Stadtrat Martin Stücheli ging es auch um die geplante Tiefgaragenzufahrt, da der Weg Kindern als Schulweg dient.

Valérie Jost
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Hier sollte das Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen entstehen.

Hier sollte das Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen entstehen.

Sandra Ardizzone / LZB

Am Grabenweg 14/16 (gegenüber des Polstermöbel-Ateliers beim alten Gemeindesaal) sollte ein bestehendes Einfamilienhaus abgerissen und stattdessen ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen gebaut werden. Der Stadtrat hat jedoch das entsprechende Baugesuch kürzlich abgewiesen. «Die sensible Lage erfordere eine bessere Einpassung in das bestehende Ortsbild», heisst es in einer Mitteilung.

Der zuständige Stadtrat Martin Stücheli sagt dazu auf Anfrage: «In mehreren Einwendungsverhandlungen wurde festgestellt, dass diverse Punkte relativ schwierig sind.» Unter den Einwendern sei etwa der Aargauer Heimatschutz, thematisch gehe es auch um die geplante Tiefgaragenzufahrt des Neubaus.

Auf dem Weg vom alten Gemeindesaal hinunter zur Bibliothek sind momentan im oberen Bereich bewirtschaftete Parkplätze markiert. Bis zur Liegenschaft Keller ist Zubringerdienst gestattet markiert, danach gibt es ein generelles Fahrverbot; der Grabenweg wird deshalb unter anderem als sicherer Schulweg von Kindern genutzt.

Keine komplett anderen Möglichkeiten in Sicht

Die Tiefgaragenzufahrt ist im unteren Ende des Neubaus geplant. Es seien zwar alle erforderlichen Normen wie etwa Sichtwinkel eingehalten worden, so Stücheli. Aber: «Dass einige Einwendungen die Situation in Zusammenhang mit dem Schulweg moniert haben, ist legitim.» An dieser «sensiblen Lage» sei eine Überprüfung nötig. Vom Terrain her gäbe es aber keine komplett anderen Möglichkeiten – für die nötigen Parkplätze brauche es eine Tiefgarage, und diese brauche nun mal eine Zufahrt.

Es werde an der Stelle also eine gesamtheitlich neue Situation entstehen. Die Bauherrschaft kann nun ein neues Baugesuch einreichen.

Das Ortsbild von Lenzburg, mit dem der Stadtrat argumentiert, ist gemäss dem Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos) national bedeutend. Wegen Isos und Einsprachen von Privaten mussten bereits Projekte am Stadtgässli (zwölf Wohnungen bei der Schreinerei Hächler) und in der Aavorstadt (31 Wohnungen) neu aufgesetzt werden.

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