Lenzburg
Spatenstich für das neue Aargauer Turnzentrum: Es fehlt noch eine Million Franken

In der Nähe des Lenzburger «Kraftreaktors» entsteht das neue Aargauer Turnzentrum. Der «Magnesiaklotz» kam dank eines Landverkaufs der «Traitafina» überhaupt erst zustande - und setzte sich gegen elf andere Projekte durch.

Valérie Jost
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Die Vorfreude ist spürbar: der Turnverein Wettingen, die Projektinvolvierten und das Nachwuchskader (v.l.).

Die Vorfreude ist spürbar: der Turnverein Wettingen, die Projektinvolvierten und das Nachwuchskader (v.l.).

Valérie Jost

Ende 2022 soll der Lenzburger «Magnesiaklotz» an der Hammermattstrasse eröffnet werden: Gestern hat der Spatenstich für das neue Aargauer Turnzentrum stattgefunden. Der Projektgrösse entsprechend (Kosten: 14 Millionen Franken) nahmen der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann, der Leiter der kantonalen Sektion Sport Christian Koch und der höchste Aargauer, Grossratspräsident Pascal Furer, teil. Das Turnzentrum sei ein «Aushängeschild» für den Sport, so Furer. Und: «Lenzburg grenzt an die meisten anderen Bezirke an und ist deshalb als Standort hervorragend geeignet.»

Hoch die Erde: beim symbolischen Spatenstich waren Körpereinsatz gefragt.

Zwölf Projekte quer durch den Kanton wurden geprüft, so Jörg Sennrich, Präsident des Aargauer Turnverbands (ATV). Dass es nun in Lenzburg klappte, sei einem «mit Handschlag beschlossenen Deal» mit dem turnbegeisterten Traitafina-Inhaber Hermann Bader zu verdanken: «Viele fragten mich, ob ich nicht verrückt sei, so etwas nur mit Handschlag zu besiegeln», sagte er lachend. Doch zwei Jahre später war der Deal notariell beglaubigt, Bader stand zu seinem Wort und verkaufte das Land.

Für das Fundraising ist noch gut ein Jahr Zeit

Der «Magnesiaklotz» wird ein Zweckbau. Neben Tanz-, Kraft-, Physio- und Erholungsräumen, einem Schulzimmer für Förderunterricht und den Geschäftsräumen des ATV ist das Herzstück die Trainingshalle: 1900 Quadratmeter und bis zu 300 Tribünenplätze. Bisher trainierten die rund 100 Kaderathletinnen und Kaderathleten in einer halb so grossen Halle im Niederlenzer Hetex-Areal; der (bereits verlängerte) Mietvertrag läuft Ende 2022 aus, das Gebäude wird abgerissen und das Areal neu überbaut.

Das Nachwuchskader des Aargauer Turnverbands zeigte klassische Bodenübungen.

Unterstützt wird der Bau von Bund (eine Million via «Nationales Sportanlagenkonzept») und Kanton (zwei Millionen via Swisslos-Sportfonds). Die Stadt Lenzburg steuert jährlich maximal 10'000 Franken bei. Mindestens 2 Millionen Franken muss der ATV via Fundraising selbst aufbringen. Bisher wurden gut 1,01 Millionen Franken gespendet. Jörg Sennrich ist «zuversichtlich», dass die fehlende Million bis zur Eröffnung noch zusammenkommt: «Spendenaktionen dürfen ja wieder stattfinden.»

Neben dem Turnkader dürfen dereinst auch die 430 Aargauer Turnvereine im «Magnesiaklotz» Zusatztrainings abhalten. Sinnbildlich für diese «Nutzung von sowohl Spitzen- als auch Breitensport», so Sennrich, traten beim Spatenstich sechs Turnerinnen des Nachwuchskaders gemeinsam mit dem Turnverein Wettingen auf.

Der Turnverein Wettingen begeisterte unter anderem mit Hebefiguren.

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