Lenzburg
Das Schulhaus Mühlematt wird für 7,8 Millionen Franken erweitert

Lenzburg wirkt dem Schulraum-Problem mit einem vierstöckigen Anbau beim 2013 bezogenen Schulhaus Mühlematt entgegen. Grund für das Bauprojekt sind die stetig steigenden Schulkinderzahlen.

Valérie Jost
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Ein vierstöckiger Anbau (rot) für ein dreistöckiges Gebäude: So soll das erweiterte Schulhaus Mühlematt aussehen.

Ein vierstöckiger Anbau (rot) für ein dreistöckiges Gebäude: So soll das erweiterte Schulhaus Mühlematt aussehen.

zvg

Lenzburg hat zu wenig Schulraum. Schon 2013 wich deshalb die alte Mühlematt-Turnhalle dem neuen Mühlematt-Schulhaus. Doch die Anzahl Schülerinnen und Schüler wächst wei-ter: Auf Primarschulstufe rechnet der Stadtrat bis 2035 mit einem Viertel mehr Schulkindern (total 1000) respektive einem Anstieg von 26 auf 37 Abteilungen.

Deshalb soll das «Mühlematt» in einer zweiten Etappe erweitert werden. Jetzt liegt das Baugesuch auf. Von den Architekten Nord (aus deren Feder bereits die erste Etappe stammt) ist ein Anbau mit vier statt wie ursprünglich gedacht drei Stockwerken geplant: ein Erd- und drei Obergeschosse. Das habe den Vorteil, dass eine gewisse Schulraumreserve entstehe, erklärte Franck Robin (SP) im Einwohnerrat.

42,3%
– mit so viel mehr Abteilungen rechnet der Lenzburger Stadtrat bis 2035 auf Primarschulstufe.

Der Stadtrat hatte auch zwei andere Varianten geprüft: einerseits nur zwei Obergeschosse. Andererseits zwei Obergeschosse und die Option auf ein drittes, das später realisiert würde. Dem Einwohnerrat schlug der Stadtrat dann aber die Variante mit von Anfang an drei Obergeschossen vor. Dies vor allem deswegen, weil eine sofortige Realisierung des dritten Obergeschosses insgesamt günstiger sei, als es später nachzubauen.

Der Rat winkte die Drei-Geschoss-Vorlage – mit einem Kredit von gut 7,4 Millionen Franken – im Mai durch. Am 26. September genehmigte auch das Stimmvolk den Kredit an der Urne (81,7 Prozent Ja). Zusammen mit dem Planungskredit (380000 Franken) wird die Schulhauserweiterung knapp 7,8 Millionen Franken teuer.

Fotovoltaik, Fernwärme und Minergie

Gebaut werden soll Raum für zehn Klassenzimmer und sechs Gruppenräume sowie die Räume für das Fach «Technisches und Textiles Gestalten» im dritten Stock. Das entlastet das Projekt «Bleiche», wo man sich auf die Tagesstrukturen konzentrieren will. Das Dach des Betonbaus wird begrünt und erhält eine Fotovoltaikanlage. Geheizt wird mit Fernwärme, ausserdem wird ein Minergie-Zertifikat beantragt. Neue Parkplätze werden gemäss Berechnung (basierend auf der Anzahl Schulzimmer) keine gebaut. «Es stehen wie bisher die öffentlichen Parkplätze in der nahen Umgebung für die zusätzlichen Lehrpersonen zu Verfügung», so der Leiter Immobilien Thomas Hofstetter auf Anfrage.

Baustart soll nächsten Mai, Inbetriebnahme auf Schuljahresbeginn im August 2023 sein. Bereits diesen Sommer zogen Tagesstrukturen und Mittagstisch vorübergehend (bis die «Bleiche» umgebaut ist) aus dem «Mühlematt» ins Hünerwadelhaus (früher KV-Schulhaus), da der Platz nicht mehr reichte.

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