Im Couvert mit den Unterlagen für die diversen nationalen und kantonalen Abstimmungen am 25. November, das kürzlich im Briefkasten lag, fanden die Lenzburger einen zusätzlichen Stimmzettel: Als letzte Instanz haben sich die Stimmbürger an der Urne zum Budget 2019 der Einwohnergemeinde Lenzburg zu äussern. Der Einwohnerrat hat in seiner Sitzung am 27. September dazu grünes Licht erteilt.

Das vom Stadtrat vorgelegte Budget für 2019 rechnet mit einem Steuerfuss von unverändert 105 Prozent. Trotzdem wird bei den natürlichen Personen von einer markanten Steigerung der Einkommens- und Vermögenssteuern ausgegangen. Diese sollen auf 29,3 Millionen Franken wachsen. Das sind 9,6 Prozent mehr im Vergleich mit dem Rechnungsjahr 2017 mit einem noch drei Prozent höheren Steuersatz (108 Prozent). In Lenzburg geht man nun davon aus, dass sich das massive Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre auch in der städtischen Steuerkasse niederschlägt. Auch das wirtschaftliche Umfeld wird vom Stadtrat als «besser» beurteilt. Die gesamten Steuereinnahmen inklusive Aktien-, Quellen- und Grundstückgewinnsteuern sind mit 35,1 Millionen Franken budgetiert. Das ist gegenüber der Rechnung 2017 ein Plus von 1,8 Millionen Franken.

Mehr Sozialfälle und Steuerpflichtige

Im Vergleich mit dem Budget des laufenden Jahres steigen die Aufwendungen beim Personal und bei der Sozialhilfe und im Asylwesen am stärksten. In den vergangenen fünf Jahren ist die Einwohnerzahl in Lenzburg um rund 20 Prozent gestiegen. Zugenommen haben auch die Fälle im Sozialbereich (Kindes- und Erwachsenenschutz plus 33 Prozent, Sozialhilfe plus 88 Prozent), ebenfalls deutlich gestiegen ist die Anzahl Steuerpflichtiger. Der Einwohnerrat hat in der September-Sitzung einer Erhöhung des Personaletats um 375 Stellenprozente zugestimmt.

Bei einem Umsatz von 62,9 Millionen Franken (ohne Spezialfinanzierungen) weist die Einwohnergemeinde Lenzburg in der Erfolgsrechnung für 2019 einen Gewinn von 3,5 Millionen Franken aus. Aus der betrieblichen Tätigkeit resultiert ein Mini-Plus von 12 900 Franken.

Gegenüber dem Vorjahresbudget steigt die Selbstfinanzierung 2019 um 26,7 Prozent und beträgt 6,7 Millionen Franken. Der Stadtrat strebt eine Selbstfinanzierung zwischen 6 und 6,5 Millionen Franken an. In den letzten drei abgeschlossenen Jahresrechnungen lag dieser Wert im Durchschnitt bei 6,9 Millionen Franken.

Die geplanten Investitionen von 2,24 Millionen Franken (grösste Brocken sind die Schulanlage Bleicherein, Anteil am Umbau Knoten Neuhof und Bahnübergang Seetalbahn Brünneli) sollen mit den erwirtschafteten Mitteln finanziert werden und zu keiner Neuverschuldung führen.