Pandemie
Lenzburg plant ein «Jugendfest light» – das letzte Wort wird Corona haben

Jugendfestpräsidentin Franziska Möhl möchte vor den Sommerferien einen Lichtblick setzen. Sicher ist: Ein traditionelles Jugendfest mit 1400 Schulkindern im Umzug, das farbenfrohe Freischarenspektakel mit 1000 Beteiligten und riesigem Publikumsaufmarsch bleibt auch in diesem Jahr Wunschdenken.

Ruth Steiner
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Anja Hofstetter, Frau Hauptmann beim letzten durchgeführten Freischarenmanöver im Jahr 2018.

Anja Hofstetter, Frau Hauptmann beim letzten durchgeführten Freischarenmanöver im Jahr 2018.

Chris Iseli (Archiv 13.Juli 2018

Die Medienmitteilung, welche die Stadt Lenzburg am Montag verschickt hat, klingt wie eine Absage des Jugendfestumzugs und der Freischarenmanöver am 9. Juli. In ihrer Information schreibt die Kommunikationsstelle: «Aufgrund der aktuellen Corona-Lage kann auch in diesem Jahr kein Jugendfest mit Freischaren im ursprünglichen Rahmen stattfinden.»

Alternativprogramm wird auf die Beine gestellt

Doch: Lenzburg will den Tag, an dem in normalen Jahren das grösste Fest in der Agenda der Stadt über die Bühne geht, im Gegensatz zum vergangenen Jahr nicht ganz ohne offizielle Jugendfestaktivitäten vorübergehen lassen. «Die Kinder planen auf das Fest. Wir können es nicht zweimal hintereinander ganz ausfallen lassen», erklärt Jugendfestpräsidentin und Vizeammann Franziska Möhl. «Wir probieren mit Händen, Füssen und Herz für die Jugendfestwoche ein attraktives Alternativprogramm auf die Beine zu stellen», sagt sie. Das habe die Corona-Taskforce Jugendfest zusammen mit dem Stadtrat entschieden. Dabei soll der Fokus unverändert auf dem Schulabschluss und den Schulkindern liegen.

Vergebener Bruch mit Manöver-Tradition

Konkret will sich Möhl zu möglichen Veranstaltungen nicht äussern. «Das wäre derzeit noch ein Kaffeesatzlesen.» Sie verrät einzig, man werde versuchen, einzelne Elemente aus dem Jugendfestprogramm herauszulösen und mit den verordneten Hygiene- und Schutzmassnahmen zu realisieren, falls es die epidemiologische Lage zulasse.

Für alle, die sich darauf gefreut hatten: Ein traditionelles Jugendfest mit 1400 Schulkindern im Umzug, das farbenfrohe Freischarenspektakel mit 1000 Beteiligten und riesigem Publikumsaufmarsch bleibt auch in diesem Jahr Wunschdenken. Das ist eine grosse Enttäuschung vor allem für jene, die sich im letzten Jahr vehement für ein Manöver im 2021 eingesetzt hatten. Damit wäre eine lange Tradition gebrochen worden, wonach das Scharmützel nur in geraden Jahren stattfindet. Das letzte Wort wird Corona haben.