Fragen und Kritik kamen am Schluss. Antworten hatte zuvor der zweite öffentliche Informationsabend des Stadtrates zur Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) schon geliefert. Hauptthema diesmal war die RES-Einbettung in übergeordnete und überkommunale Planungsinstrumente.

Wieso braucht es, so wurde gefragt, überhaupt eine Strategie, Pläne für verdichtetes Bauen und die Festlegung von Standorten von möglichen Hochhäusern, wenn das Hauptziel, Lenzburg bis 2030 für eine Einwohnerzahl von 11 000 bis 12 000 Einwohner vorzubereiten, ohnehin und mit den heute gültigen Planungsinstrumenten, schon in wenigen Jahren erreicht wird?

Gemäss Bau-Stadtrat Martin Steinmann sind in Lenzburg aktuell rund 1000 Wohnungen im Bau, fix geplant oder bereits bewilligt. Defensiv mit zwei Bewohnern pro Wohnung gerechnet, ergibt dies gut 2000 Neo-Lenzburger zu den bestehenden 9000 hinzu. Et voilà; die Vorgabe des Stadtrates wäre schon fast erreicht.

Steinmann stellte in Abrede, der Stadtrat kommuniziere nicht offen mit ehrlichen Zahlen: «Dann hätten wir ja eine andere Zahl eintragen können; aber der Stadtrat will nicht 16 000 Einwohner.»

Trotzdem kommt Lenzburg auf dem Weg zu einer neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO), zu der die RES eine Zwischenstation darstellt, nicht um neue Planungsregeln herum. «Ein gewisses Wachstum» wolle man weiterhin, so Stadtammann Daniel Mosimann, «sonst wird rundherum gebaut und wir haben nur noch die Lasten».

Vielerlei Vorgaben

Dass die Stadt Lenzburg nicht völlig losgelöst ihre Zukunft planen kann, verdeutlichten Ausführungen von Planern von Kanton, Region und Stadt. Andi Guntern sprach vom kürzlich revidierten kantonalen Richtplan und der Umsetzung des neuen Raumplanungsgesetzes.

Marianne Brunner erläuterte die Netzstrategie Unteres Seetal und damit die weiten Zeithorizonte bei der kantonalen Verkehrsplanung. Bei Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau beim Stadtbauamt, waren Raum und Zeit enger, als er über den eben gestarteten Kommunalen Gesamtplan Verkehr orientierte. Gabi Lauper betonte als Präsidentin der Kerngruppe Regionalplanung des «Lebensraum Lenzburg Seetal» die grosse Deckungsgleichheit von eigenen Absichten und RES.

«Es gibt vieles zu berücksichtigen und viele Vorgaben, an die wir uns halten müssen», fasste Stadtrat Steinmann die Ausführungen zusammen. Gemäss Stadtplanerin Helen Bisang können deshalb «nicht alle Anregungen in die RES einfliessen». Die RES-Mitwirkung mittels Fragebogen dauert noch bis morgen Samstag.