Lenzburg
Lenzburger Strom wird 2022 erstmals wieder teurer – Abgaben an Bund und Gemeinde bleiben jedoch gleich

Nach drei Jahren stetiger Preissenkungen zahlen Haushalte und Gewerbe ab nächstem Jahr wieder mehr. Grund sind gestiegene Beschaffungskosten wegen höherer Marktpreise, so der Stromanbieter SWL Energie.

Valérie Jost
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In Lenzburg wird die Kilowattstunde Strom 2022 je nach Produkt um 21 bis 22 Rappen teurer.

In Lenzburg wird die Kilowattstunde Strom 2022 je nach Produkt um 21 bis 22 Rappen teurer.

Symbolbild: Benjamin Manser

Die Marktpreise für elektrische Energie sind in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen, wie der regionale Stromanbieter SWL Energie in einer Mitteilung schreibt.

Das habe mehrere Gründe: Einerseits sinke das Stromangebot; unter anderem mache sich bereits bemerkbar,dass in Deutschland mehrere Kernkraftwerke vom Netz gehen. Andererseits seien in Europa die Preise für CO2-Zertifikate und die Gaspreise gestiegen, was die Stromproduktion verteuere.

Die höheren Beschaffungskosten haben Konsequenzen für den Lenzburger Strompreis: Nach drei Jahren stetiger Preissenkungen wird der Strom nun zum ersten Mal wieder teurer. Und zwar um 0.21 Rappen (Produkte «Casa Aqua» und «Casa Regio») beziehungsweise 0.22 Rappen (Produkt «Casa Solaris») pro Kilowattstunde (eine Kilowattstunde treibt eine Energiesparlampe rund 90 Stunden, einen Fernseher rund sieben Stunden an).

Stärkere Preiserhöhungen verhindert

Gemäss SWL wird ein Lenzburger Vierpersonenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4500 Kilowattstunden und dem Stromprodukt«Casa Aqua» unter dem Strich 2022 rund neun Franken mehr für seinen Strom bezahlen als 2021. Das entspricht einer Zunahme von einem Prozent.

Zu einem Teil konnte die SWL die gestiegenen Marktpreise mit ihrer Beschaffungsstrategie abfedern: «Wir kaufen unseren Strom in mehreren Tranchen zu verschiedenen Zeitpunkten ein», sagt SWL-Geschäftsführer Markus Blättler. Bei wie momentan stetig steigenden Handelspreisen profitiere man von dieser Strategie, weil die Kundschaft vor grossen Preissprüngen verschont bleibe.

Positiv wirke sich ausserdem aus, dass die Netznutzungspreise unverändert belassen werden konnten. In den letzten Jahren senkte die SWL die Kosten beim eigenen Stromnetz, was sich weiterhin bezahlt mache. Konstant bleiben 2022 zudem die Abgaben an Bund und Gemeinde.

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