Lenzburg
Lenzburg gehörte voll und ganz der Jugend

Hunderte von Schüler waren am Freitag seit der Früh in Lenzburg unterwegs. Denn es das traditionelle Jugendfest. Nach dem heftigen Gewitter vom Vorabend lockten die Sonnenstrahlen viele Zuschauer an den Umzug.

Fabio Baranzini
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Die Brunnen sind mit Blumen geschmückt und in der Altstadt sind die Fahnen aufgehängt: Lenzburg hat sich für das Jugendfest herausgeputzt. Bereits mehr als eine Stunde bevor es los geht, strömen die Besucher festlich gekleidet in Richtung Altstadt. Auch ich mische mich unter die Festbesucher und warte gespannt, was mich als Fremdling (Aarauer) bei meinem ersten Jugendfestbesuch in Lenzburg alles erwarten wird.

Reden

Wie jedes Jahr mussten sich die Lenzburger Schulkinder die Freuden des Jugendfestes mit dem Anhören einer Rede am Morgen «abverdienen».

Abgestuft nach Klassenstufen lauschten die Lenzburger Kinder am Freitag Morgen auf verschiedenen Plätzen einer Rede. Die auf das Alter der Zuhörer angepassten, teils mit Assistenten in Form von Puppen vorgetragenen Aussagen standen im Zentrum der vier Morgenfeiern.

Beat Räss stellte auf dem Metzgplatz die These auf, dass jeweils einmal im Jahr ein Nebel aus dem Schlossberg im Städtchen eine schwere Krankheit verbreitet: Das Jugendfestfieber.

Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger hat vor ihrer Ansprache in der Stadtkirche auf dem Pausenplatz und in der Stadt recherchiert und herausgefunden, dass es um die Jugend nicht so schlimm bestellt ist, wie immer wieder angenommen wird. (tf)

Nach der Morgenfeier auf dem Freischarenplatz, bei der die Kleinsten den traditionellen Jugendfestfranken erhalten, begebe ich mich in die Rathausgasse, um den Umzug anzuschauen. Obwohl die besten Plätze längst vergeben sind, finden sich immer mehr Leute in der Altstadtgasse ein. Sie grüssen einander, lachen und geben Anekdoten von vergangenen Jugendfesten zum Besten.

Auch das heftige Gewitter vom Donnerstagabend ist ein heiss diskutiertes Thema. Glücklicherweise ist Petrus den Lenzburgern beim Umzug freundlich gesinnt und lässt die Wetterkapriolen vom Vorabend mit wärmenden Sonnenstrahlen in Vergessenheit geraten.

Als dann aber die ersten Trommelwirbel der Lenzburger Stadtmusik ertönen, richtet sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer schlagartig auf den Umzug. Nach der Stadtmusik und den Behörden folgen stufenweise die Kinder und Jugendlichen. Am Strassenrand versuchen die Eltern und Verwandten, alle mit Kameras und Handys ausgerüstet, ein Erinnerungsfoto von ihren Kindern zu schiessen.

Wie es sich für das Lenzburger Jugendfest gehört, sind alle Kinder und Jugendlichen traditionell in den Farben weiss und blau gekleidet. Selbst die Blumenkränzchen auf den Köpfen der Mädchen stimmten farblich mit der Dekoration der Altstadt überein.

 Bilder: Toni Widmer
20 Bilder
So verlief das Jugendfest in Lenzburg

Bilder: Toni Widmer

Während die Kleinsten Hand in Hand in Zweierkolonnen laufen, verschwinden die Hände der Älteren immer häufiger in den Hosentaschen, statt die Hand des Kollegen zu umfassen. Neben dem cooleren Auftreten sind auch die Kleider und die Frisuren der Jugendlichen eleganter.

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