Lenzburg
Für 20 Millionen soll es ein neues Gericht geben – und mehr Sicherheit für die Angestellten

Der Gestaltungsplan für das neue Lenzburger Bezirksgerichtsgebäude liegt nun öffentlich auf.

Nadja Rohner
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Etwa so soll das neue Gebäude am Malagarain aussehen.

Etwa so soll das neue Gebäude am Malagarain aussehen.

Bild: zvg

Für rund 20 Millionen Franken soll Lenzburg ein neues Bezirksgerichtsgebäude erhalten – am Malagarain, nahe der historischen Altstadt. Es ist eine «ortsbaulich bedeutsame Lage». Das schreibt die Abteilung Raumentwicklung des Kantons in ihrem Vorbericht, der Teil ist des seit gestern aufliegenden Gestaltungsplans.

Konkret wird das Gebäude auf die Wiese zwischen Hendschikerstrasse und Bahndamm (beim Freiämterplatz) gebaut. Erschlossen wird es via ­Malagarain und Tunnelweg, Gefangene werden in einen gesonderten Bereich direkt in der im ersten Untergeschoss geplanten Einstellhalle transportiert.

Für den Knoten Freiämterplatz wird aktuell ein Strassenbauprojekt erarbeitet, das zusätzliche Fahr-spuren (Hendschiker- und Niederlenzerstrasse) vorsieht; dieses tangiert den Bezirksgerichtsneubau aber nur am Rande.

Der Neubau (im Minergie-P-Eco-Standard, aber ohne Zertifizierung) liegt in der Spezialzone Bahnhof-Bahnhofstrasse-Mala­garain sowie in der Grünzone. Die in dieser Zone zulässige Gebäudehöhe wird leicht überschritten. Geplant ist ein fünfeckiges Gebäude mit auskragendem Flachdach.

«Bei bestimmten Kundengruppen kann Gefährdungspotenzial auftreten»

Es hat drei Vollgeschosse und zwei Untergeschosse, die teils sichtbar sind. «Herzstück» des Hauses ist laut Gestaltungsplan ein «massiver Kern in der Gebäudemitte». Spektakulär dürfte der grosse doppelgeschossige Gerichtssaal werden. Die öffentlichen Bereiche sollen im Erdgeschoss liegen, die Bürobereiche in den Obergeschossen. Der Kanton empfiehlt, das Dach hochwertig zu begrünen, respektive Solar- und Regenwasseranlagen zu installieren.

Das neue Bezirksgerichtsgebäude ist notwendig, weil das heutige (am Metzgplatz) den Anforderungen punkto Raumbedarf und Sicherheit schon länger kaum noch genügt. Auch steht das Gebäude dem Bezirksgericht nur noch eine beschränkte Zeit zur Verfügung.

Im Neubau sollen, konform mit den Anforderungen an Bezirksgerichtsgebäude, drei verschiedene Zonen gelten: eine öffentliche (Empfang, Warteräume, WC), eine gesicherte (zwei Gerichtssäle, Befragungsräume) und eine Sicherheitszone (Arbeitszimmer für Richter, Gerichtsschreiber, etc).

Dies, weil «im Umgang mit bestimmten Kundengruppen ein bestimmtes Gefährdungspotenzial auftreten» könne, heisst es im ­Planungsbericht. «Die Erfahrung zeigt, dass ein absoluter Schutz der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz weder möglich noch anzustreben ist. Ein Restrisiko bleibt bestehen, soll aber mit vernünftigem Aufwand möglichst gering gehalten werden.»

Bahnweiche im Park als historische Referenz?

«Flankiert werden soll der Neubau von einer umfassenden Freiraumgestaltung in Anlehnung an die industrielle Vergangenheit des Areals», heisst es in den Unterlagen. Konkret entsteht westlich des Gebäudes ein Park: «Es soll ein neuer, vielseitiger Freiraum für die Bevölkerung geschaffen werden.»

Weil in diesem Gebiet früher ein Seetalbahnast bestand, soll «um an die historische Bedeutung des Areals zu erinnern» ein Element der alten Bahn, «beispielsweise eine historische Doppelweiche Patent Vögele der damaligen Bahnverbindung» in die Parkgestaltung integriert werden «und damit an die frühere Bedeutung dieses Verbindungsstücks für die Stadt und Region erinnern».

Der Gestaltungsplan liegt bis zum 8. November im Försterhaus physisch auf oder kann online auf www.lenzburg.ch eingesehen werden.

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