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Lenzburg erhält Röntgenzentrum: «Eine solche Praxis gehört zur Grundversorgung»

Reto Eichenberger eröffnet in Lenzburg eine Radiologiepraxis – es ist in dieser Form die erste im Bezirk. Janine Gloor

Reto Eichenberger eröffnet in Lenzburg eine Radiologiepraxis – es ist in dieser Form die erste im Bezirk. Janine Gloor

Stern-Apotheke-Sohn Reto Eichenberger eröffnet an der Poststrasse eine Praxis.

Reto Eichenberger steht im Haus an der Poststrasse 8. An den Schaufenstern klebt noch der Schriftzug des Restaurants Long Long. Das Gebäude wird im Moment komplett saniert, hier will der Radiologe eine Röntgenpraxis eröffnen. Reto Eichenberger (41) ist Facharzt FMH für Radiologie und arbeitet seit 10 Jahren auf seinem Fachgebiet. Er will die Praxis mit je einem Gerät für Magnetresonanztomographie (MRT), für Computertomographie (CT) sowie einem Röntgengerät und Ultraschallen ausrüsten. Das sind grosse Investitionen, allein ein MRT-Gerät kostet mehrere Millionen Franken. Im Kanton Aargau gibt es neben den Geräten in Spitälern vier private Röntgeninstitute in Aarau, Baden, Rothrist und Rheinfelden. Reto Eichenberger ist überzeugt, dass in Lenzburg Bedarf für eine Röntgenpraxis besteht. «Eine Radiologiepraxis gehört zur Grundversorgung», sagt er. «Lenzburg ist aus radiologischer Sicht unterversorgt.» Im ganzen Bezirk Lenzburg sowie im unteren Bünztal gibt es kein Angebot für MRT und CT.

Überweisung von Hausarzt

Die Radiologie ist eine Disziplin, die sich für ambulante Behandlungen gut eignet. Eichenberger: «Wir können präoperative Untersuchungen durchführen, zum Beispiel, wenn ein Fussballer ein kaputtes Knie hat. Aber auch Vorsorgeuntersuchungen, zum Beispiel für starke Raucher, Brustkrebs-Früherkennung oder bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom.» Im Regelfall werden die Patienten vom Hausarzt oder Spezialarzt einer Radiologiepraxis zugewiesen. «Da werde ich mir ein Netzwerk sowie das Vertrauen von Berufskollegen und Patienten aufbauen», sagt Eichenberger. Die bisherigen Reaktionen auf sein Vorhaben sieht er als deutliches Zeichen für die Nachfrage nach einer Röntgenpraxis in der Region: «Ohne Werbung zu machen, habe ich schon Blindbewerbungen und positive Mitteilungen von Ärzten und Patientinnen und Patienten erhalten.»

Die Praxis wird auf drei Geschosse verteilt sein; von der Hinteren Kirchgasse kann sie schwellenlos betreten werden. Neben Eichenberger werden in der Praxis zwei weitere Radiologen tätig sein sowie mehrere Praxisassistentinnen. «Der Vorteil einer Praxis ist, dass die Patienten persönlich mit ihrem Arzt ihr Anliegen besprechen können», sagt Eichenberger. Im Spital geschehe die Diagnose durch den Radiologen oder die Radiologin fast immer im Hintergrund, medizinisch-technische Radiologie-Assistenten (MTRAs) geleiten den Patienten durch die Röhre.

Reto Eichenberger wollte ursprünglich Ingenieur oder Arzt werden. Mit der Radiologie hat er eine Disziplin gefunden, die beide Leidenschaften vereint. «Ich arbeite an der Schnittstelle von Medizin und Technik.» Der persönliche Kontakt ist für ihn einer der Gründe, in seine Heimatstadt zurückzukehren, obwohl er seine momentane Stelle als Oberarzt für Radiologie am Universitätsspital Basel sehr schätze. «Ich arbeite gerne mit Menschen, zudem freue ich mich auf eine gewisse Kontinuität», sagt er. «Im Spital sehe ich Hunderte von Patienten, doch praktisch nie die gleichen.» In Lenzburg könne er richtige Beziehungen zu seinen Patientinnen und Patienten aufbauen und zur Vertrauensperson werden. Die Praxis wird gemäss Bauplanung Ende 2018 eröffnen.

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