Lenzburg
Ein kunterbuntes Treiben: Die Kunstschaffenden der Wisa Gloria öffnen ihre Tore

Die Kunst-Ateliers der Wisa Gloria präsentieren sich der Öffentlichkeit. Ende Oktober stehen vierzehn Ateliers in der alten Spielzeugfabrik zur Besichtigung offen.

Florian Wicki
Drucken
Teilen
Zehn der 14 Künstlerinnen und Künstler, die Ende Oktober ihre Ateliertüren in der ehemaligen Spielzeugfabrik Wisa Gloria öffnen.

Zehn der 14 Künstlerinnen und Künstler, die Ende Oktober ihre Ateliertüren in der ehemaligen Spielzeugfabrik Wisa Gloria öffnen.

Chris Iseli

Dieser Tage geht es in der ehemaligen Lenzburger Spielzeugmanufaktur Wisa Gloria noch geschäftiger zu als sonst. Besonders im zweiten und im dritten Stock des Industriegebäudes an der Sägestrasse 42-46, denn da finden Ende Oktober drei Tage der offenen Türen statt.

Bereits zum sechsten Mal seit 2009 öffnen die Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers. Das sei einerseits wichtig für sie selber, erklärt Hermann Bob Gelzer, Maler, Musiker und Psychologe, seit 25 Jahren in der Wisa Gloria tätig: «Das stärkt den Zusammenhalt und gibt uns die Gelegenheit, zu schauen, was die anderen in der letzten Zeit getrieben haben.»

Inzwischen kommen die meisten wegen der Kunst

Und andererseits habe auch die Öffentlichkeit ein grosses Bedürfnis, die Wisa Gloria zu besuchen: «Früher wollten die Besuchenden vor allem die stillgelegte Fabrik besichtigen, inzwischen kommen die meisten der Kunst wegen.»

Als Gelzer 1997 in den dritten Stock der Spielzeugfabrik zog, hatte diese ihre Produktion gerade seit fünf Jahren eingestellt. Damals gab es noch keine Ateliers, keine Wände und keine abgetrennten Räumlichkeiten, besinnt er sich zurück: «Der Vermieter hat gefragt, wie viele Quadratmeter ich brauchen würde, und hat die Fläche dann mit Kreide auf dem Boden markiert.» Die Wände hätten die Nutzerinnen und Nutzer der Ateliers schliesslich selber hochgezogen.

Buchvernissage am Freitag

Inzwischen sind die zwei Etagen ein Wirrwar aus Gängen, Zimmern und Treppen, und überall hat es Kunst. Ein «kunterbuntes Treiben, aber auf hohem Niveau», wie es Anja Voegeli beschreibt. Die Malerin und Lehrerin für bildnerisches Gestalten ist auch schon seit 20 Jahren in der Wisa Gloria zu finden.

Voegeli hat zusammen mit dem Schlagzeuger der ebenfalls in der Wisa Gloria ansässigen Rock- und Coverband «Venusboy», Lukas Meier, ein Bilderbuch gestaltet. Das wird am Freitag, 29. Oktober, im Rahmen der Tage der offenen Ateliertüren veröffentlicht.

Eine Liebeserklärung an die Wisa Gloria

Das Buch handelt von einer Füchsin (Frau Foxtrott) und einem Luchs (Herr Luchsinger), die sich in der Wisa Gloria Bar auf dem Areal treffen wollen. Als der Luchs nicht erscheint, streift die Füchsin durch das Areal und macht sich – ebenso wie der Luchs – ihre Gedanken über das Date, das Leben an sich und über das inzwischen stillgelegte Industriewerk. Laut Voegeli ist das Buch eine Geschichte mit zwei Anfängen und einem Ende, eine zarte Annäherung zwischen Luchs und Fuchs sowie «eine Liebeserklärung an die Industriebrache der Wisa Gloria». Somit wird das Buch auch mit Materialen gebunden, die auch in der Fabrik selber benutzt wurden, wie alte Kabel oder Magnetbänder von Kassetten.

Die Tage der offenen Türen finden am Freitag, 29. Oktober, 18 bis 21 Uhr, Samstag, 30. Oktober, 16 bis 21 Uhr und Sonntag, 31. Oktober, 11 bis 17 Uhr statt. Für die musikalische Untermalung sorgen zwei Bands, «Venusboy» und «Wish and the Mob», die ebenfalls ihren Proberaum in der Fabrik haben.

Anja Voegeli, Malerin, und Lukas Meier, Schlagzeuger der Band «Venusboy», haben zusammen ein Bilderbuch entworfen.
7 Bilder
Werner Ernst arbeitet in der Wisa Gloria als freier Fotograf und druckt für die Ausstellung seine Bilder auf Leinwand.
Hermann Bob Gelzer, Maler und Drucker, wartet mit Bildern in verschiedenen Techniken, Holzschnitten und einem Wühltisch auf.
Christoph Salm arbeitet im eigenem Druckatelier (Andruckpresse und Kupferpresse) und malt zwischendurch.
Heidi Schönenberger, Lehrerin für Bildnerisches Gestalten und Malerin, hier vor ihrem neuen Bild der Badi Meisterschwanden.
Albert Illi ist Bassist der Coverband «Wish and the Mob», die zusammen mit «Venusboy» am Anlass für die musikalische Untermalung sorgen.
Maria Tejada ist Gast in der Wisa Gloria und hat für die Ausstellung extra Bilder historischer Gebäude in Lenzburg gemalt.

Anja Voegeli, Malerin, und Lukas Meier, Schlagzeuger der Band «Venusboy», haben zusammen ein Bilderbuch entworfen.

Florian Wicki

Aktuelle Nachrichten