Lenzburg
Ein Abend für den Neuanfang: So war das erste Lenzburger Wahlpodium des Jahres

Am Podium des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung haben sich die Neuanwärter für den Lenzburger Stadtrat vorgestellt.

Florian Wicki
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Die Zeichen stehen auf eine Frauenmehrheit im Stadtrat: Von den fünf neuen Kandidaten ist nur einer ein Mann (Sven Ammann).

Die Zeichen stehen auf eine Frauenmehrheit im Stadtrat: Von den fünf neuen Kandidaten ist nur einer ein Mann (Sven Ammann).

Chris Iseli

Wie soll das Lenzburg der Zukunft aussehen? Braucht es nach den Wahlen im Herbst einen Neuanfang? Das wollten der Gewerbeverein Lenzburg und Umgebung und eine grosse Schar an Zuschauern am Dienstagabend von den fünf neu antretenden Stadtratskandidaten wissen.

Das Publikum erschien derart zahlreich, dass die vorhandenen Stühle unter den Arkaden am Metzgplatz nicht ausreichten. Doch kein Problem für einen Gewerbeverband, der in solchen Fällen auf eines seiner Mitglieder, in diesem Fall ein Restaurant aus der Nachbarschaft, zurückgreifen kann.

So stellten sich Beatrice Taubert-Baldinger (51, SP), Sabine Sutter-Suter (57, Die Mitte), Sven Ammann (42, FDP), Barbara Portmann-Müller (46, GLP) und Corin Ballhaus (56, SVP) den Fragen des an diesem Abend besonders gut gelaunten und ehemaligen Radio-Argovia-Urgesteins Jürgen Sahli, der die Podiumsdiskussion moderierte.

Die Fusion mit Staufen muss noch warten

Dass die neuen Kandidatinnen und der neue Kandidat frischen Wind in die Regierung bringen wollen, merkte das Publikum bereits ab der ersten Minute. Dass der Wind aber je nach Person aus einer anderen Ecke wehen kann, zeigt sich beispielsweise bei der Frage, ob und wie die Stadt Lenzburg das enorme Wachstum der letzten Jahre stemmen kann, oder ob die Stadtverwaltung ausgebaut oder eher wieder verkleinert werden soll.

Einig waren sich alle Kandidierenden hingegen, dass sich Lenzburg den Problemen der Zukunft nicht alleine stellen kann, sondern auf regionale Zusammenarbeit angewiesen ist. Gerade auch mit den Nachbargemeinden Niederlenz und Staufen. Für eine Fusion wollte sich an diesem Abend aber niemand konkret aussprechen.

Noch lächeln sie gemeinsam: Beatrice Taubert-Baldinger (51, SP), Sabine Sutter-Suter (57, Die Mitte), Sven Ammann (42, FDP), Barbara Portmann-Müller (46, GLP) und Corin Ballhaus (56, SVP, v.l.).

Noch lächeln sie gemeinsam: Beatrice Taubert-Baldinger (51, SP), Sabine Sutter-Suter (57, Die Mitte), Sven Ammann (42, FDP), Barbara Portmann-Müller (46, GLP) und Corin Ballhaus (56, SVP, v.l.).

Chris Iseli

Die unterschiedlichen Hintergründe der Kandidierenden zeigten sich besonders schön bei der Frage, wie attraktiv die Region Lenzburg für das Gewerbe sei und ob in diesem Bereich grosser Handlungsbedarf bestehe. FDP-Gastronom Ammann zum Beispiel sprach sich dafür aus, dass die Unternehmen klare Regeln von der Stadt bekommen, sonst aber in Ruhe gelassen werden. Die SVP-Kommunikationsberaterin (und Ex-Journalistin) Ballhaus möchte mit der Wirtschaft in Kontakt treten und Bedürfnisse abholen.

Die GLP-Fraktionspräsidentin im Grossen Rat, Portmann-Müller, will öffentlichen Verkehr und die technischen Strukturen ausbauen, während sich die Mitte-Wirtschaftsinformatikerin Sutter-Suter für digitalisierte E-Government-Prozesse aussprach und die sozialdemokratische Stadtverwaltungsangestellte Taubert-Baldinger Wohnqualität und Arbeitsplätze fördern will.

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