Lenzburg
Der Teegarten im Widmipark hatte eine gute Saison, doch nicht alle freuen sich über das Angebot

Seit vier Jahren wird im Sommer im Widmipark ein Teegarten aufgebaut. Das Projekt wurde als Begegnungsort für die Anwohnenden geschaffen. Er ist sehr beliebt, es gibt jedoch auch Anwohnende, die sich am Lärm stören.

Anja Suter
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Hatte eine erfolgreiche Saison: der Teegarten im Widmipark.

Hatte eine erfolgreiche Saison: der Teegarten im Widmipark.

zvg

Yoga auf der grünen Wiese, Weben am Hula-Hoop-Reifen oder eine Tanz- und Märchenaufführung unter freiem Himmel. Während der sieben Wochen, in denen der Teegarten im Lenzburger Widmipark diesen Sommer aufgebaut war, geschah so einiges. «Ich habe das Gefühl, dass es bisher unsere erfolgreichste Saison war», sagt Fabian Würmli, Co-Präsident des Vereins IG Teegarten. Seines Erachtens nach habe es so viele Besucher gehabt wie noch nie.

Bereits das vierte Jahr in Folge wurde der Pavillon Anfang August auf der grossen Wiese beim Widmiquartier aufgebaut und blieb dort bis am letzten Septemberwochenende bestehen. Ursprünglich wurde das Projekt von der Kulturkommission der Stadt Lenzburg ins Leben gerufen. Inzwischen werde der Teegarten mit Sponsorengeldern, ehrenamtlicher Arbeit von über 30 Personen und gesprochenen Geldern der Kultur- und Gesellschaftskommission der Stadt Lenzburg finanziert, so Würmli.

Doch der Teegarten lebt nicht nur von den Veranstaltungen und Konzerten, welche während der Saison stattfinden. «Auch ohne aktives Programm trifft man bei einem spontanen Besuch eigentlich immer jemanden an. Das ist die Idee hinter dem Projekt: dass man die Nachbarschaft treffen kann», sagt der Co-Präsident. Und auch für die Kinder ist die grüne Wiese im Sommer zu einem Treffpunkt für Fussballmatches geworden.

Nicht alle freuen sich über den Teegarten

Die Rückmeldungen zum Teegarten seien mehrheitlich sehr positiv, sagt Würmli. Aber nicht alle freuen sich über das jährlich wiederkehrende Projekt. In zwei Leserbriefen in der aktuellen Ausgabe des Lenzburger Bezirksanzeigers beschweren sich zwei Anwohner über den Teegarten. Ein Dorn im Auge ist ihnen dabei vor allem der Lärm. Man würde zwischendurch ganz gerne die Ruhe geniessen, heisst es. Und auch die Fussballplätze würden nicht zu einem Begegnungsort für alle gehören, dafür gäbe es die städtischen Sportplätze, so die Leserbriefschreibende. «Uns Anwohnern ist am Teegarten nur eines wichtig: dass er verschwindet, wie er gekommen ist», heisst es im zweiten Leserbrief.

Auch in der Facebook-Gruppe «du bisch vo Lenzburg wenn...» war der Teegarten Thema einer Diskussion. Die einen sehen das Projekt «als Bereicherung für jedes Alter», andere sehnen sich derweil nach mehr Ruhe.

Die Co-Präsidenten des Teegartens, Fabian Würmli und Sophie Meier.

Die Co-Präsidenten des Teegartens, Fabian Würmli und Sophie Meier.

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«Der Sommerbetrieb Teegarten 2021 ist ein von der Stadt Lenzburg bewilligtes Projekt», sagt Fabian Würmli. Dass auf der Spielwiese Fussball gespielt werde, sei schon vor der Existenz des Projektes geplant gewesen. Der Einwohnerrat hat 2013 den Kredit für die Widmigestaltung bewilligt. Bereits damals sei die Spielwiese mit zwei Goals in den Plänen eingezeichnet worden. «Bei den zwei Konzerten, die mit Verstärken stattgefunden haben, haben wir auf die Einhaltung der Nachtruhe geachtet», so der Co-Präsident.

90 Prozent finden den Teegarten «sehr gut» oder «gut»

Die Meinung der Lenzburgerinnen und Lenzburger zum Thema Teegarten ist dem Verein wichtig. Deshalb haben die Verantwortlichen eine Umfrage durchgeführt, um Rückmeldungen zum aktuellen Konzept und Meinungen zu zukünftigen Ideen zu erhalten. 109 Personen nahmen daran teil. Die Bewertung des Teegartens im Allgemeinen fällt dabei sehr gut aus. 90 Prozent bewerteten das Projekt mit «sehr gut» oder «gut». Die Meinung über den zukünftigen Betriebs des Teegartens fällt weniger genau aus. 47 Prozent wünschen sich eine Fixinstallation des Pavillons, möchten aber nach wie vor nur einen Betrieb im Sommer. Rund 29 Prozent wünschen sich einen dauerhaften Betrieb. Knapp ein Viertel möchte das Konzept so beibehalten, wie es ist.

Mit der ausgewerteten Umfrage wird sich der Verein an die Stadt Lenzburg wenden. «Wir hätten gerne einen Wasser- und Stromanschluss, auch wenn das Konzept in Zukunft weiterhin nicht ganzjährig durchgeführt wird», sagt Würmli. Die Gesellschaftskommission der Stadt hat bereits einen Beitrag bis Ende Jahr für ein Wasserspiel, einen Tisch und zur Renovation des Bauwagens gesprochen. Nun will man die Stadt zur Frage der Nutzung unterstützen, da sie diese vertieft abklären möchte.

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