Lenzburg

Leiter der Stadtverwaltung will trotz Multipler Sklerose weiterarbeiten

«Es gibt an MS erkrankte Menschen, die sich über viele Jahre eine gute Lebensqualität erhalten können.» Daniel Hug, Leiter Stadtverwaltung Lenzburg

«Es gibt an MS erkrankte Menschen, die sich über viele Jahre eine gute Lebensqualität erhalten können.» Daniel Hug, Leiter Stadtverwaltung Lenzburg

Daniel Hug, Leiter der Stadtverwaltung Lenzburg, ist an Multipler Sklerose erkrankt. Seine Tätigkeit als Gemeindeammann von Oberrohrdorf wird er per Ende 2015 aufgeben, nicht aber seinen Posten in Lenzburg.

Am Neujahrs-Apéro in seiner Wohngemeinde Oberrohrdorf hat Daniel Hug seine unheilbare Krankheit publik gemacht und als Gemeindeammann per Ende des Jahres demissioniert. Seine vollamtliche Tätigkeit als Leiter der Stadtverwaltung Lenzburg will er jedoch unverändert weiterführen.

«Seit Februar 2014 habe ich die Gewissheit, dass ich an multipler Sklerose (MS) erkrankt bin», bestätigte er auf Anfrage der Aargauer Zeitung. Bereits seit einiger Zeit habe er Schwierigkeiten beim Laufen und bei der körperlichen Tätigkeit verspürt. Intensive medizinische Abklärungen haben letztlich zur Diagnose MS geführt.

Seit zwölf Jahren steht der promovierte Betriebswirtschafter der Lenzburger Stadtverwaltung vor. Wenn es seine Gesundheit zulasse, wird sich daran nichts ändern, sagt Daniel Hug.

Hingegen will er mit seinen Kräften künftig etwas haushälterischer umgehen. Er hat deshalb seine Prioritäten neu gesetzt und sich auf Anraten der Ärzte entschlossen, sein gesamtes Arbeitspensum zu reduzieren. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat sich Hug entschieden, von der politischen Bühne abzutreten und das Amt des Gemeindeammanns von Oberrohrdorf abzugeben. «Die regelmässigen abendlichen Sitzungen und Engagements haben mir zunehmend zugesetzt», sagt er.

Gute Lebensqualität möglich

MS ist eine chronische Entzündungskrankheit des zentralen Nervensystems; sie kann behandelt, aber nicht geheilt werden. Der weitere Verlauf der Krankheit sei nicht vorhersehbar. «Ich muss es nehmen, wie es kommt und kann nicht gross planen», sagt Hug.

In diesem Jahr feiert er seinen 60. Geburtstag. Bis zur ordentlichen Pensionierung geht es noch fünf Jahre. Die Frage, ob er derzeit einen frühzeitigen Ruhestand anstrebe, verneint Hug. Zumindest die nächsten drei Jahre möchte er in seinem Job als Leiter der Stadtverwaltung in Lenzburg bleiben. Es sei denn, medizinische Gründe verlangten anderweitige Entscheidungen.

Daniel Hug äussert sich jedoch zuversichtlich, dass es ihm gelingt, mit medizinischer Unterstützung den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. «Es gibt MS-erkrankte Menschen, die sich über viele Jahre hinweg eine gute Lebensqualität erhalten können.»

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