Seengen
Lebkuchen vom Gemeinderat zum Jubiläum 250 Jahre Marktrecht

Der gestrige Herbstmarkt stand ganz im Zeichen des der Verleihung des Marktrechts im Jahre 1763: An einem speziellen Stand wurde an die Geschichte erinnert. So viele Marktbesucher wie schon lange nicht mehr schlenderten zwischen den 100 Ständen.

Fritz Thut
Merken
Drucken
Teilen
Markt heute: Jugendliche decken sich mit Spielsachen und Tand ein. tf

Markt heute: Jugendliche decken sich mit Spielsachen und Tand ein. tf

Fritz Thut

Zum Glück gibts Jubiläen. Sie bieten Gelegenheit zum Rückblick. Auf die guten, alten Zeiten. Die vielleicht doch nicht immer so gut waren. Zum 200-Jahr-Jubiläum des Seenger Marktrechts 1963 verloren sich noch kümmerliche 8 Marktfahrer in ihren Ständen. Einer von ihnen jammerte laut dem «Seetaler» vom 17. März: «Der Markt stirbt.»

Fast 100 Anbieter

Diese Prognose traf nicht ein. Zum Glück. Und so konnte gestern wieder gefeiert werden. Am Jubiläumsmarkt zum Gedenken an die Erlangung des Marktrechts am 12. März 1763 zählte Vize-Marktchef Adrian Müller fast 100 Markthändler und das Angebot schien so breit gefächert wie schon lange nicht mehr.

Nicht mehr Gegenstände des täglichen Gebrauchs, darunter hochwertige Werkzeuge und Hilfsmittel für die Bauern aus dem Dorf und der Umgebung, prägen heute die Auslagen. Neben einigen Händlern mit solider Berufskleidung oder einheimischen und fremdländischen Delikatessen findet man die übliche breite Produktpalette, die bis hin zu kurzlebigem Plastikspielzeug und Tand aller Art reicht.

Zur immensen Breite des Angebots tragen auch örtliche Gewerbebetriebe und Vereine bei: Diesmal wollten sich beispielsweise die Fussball-Junioren mit dem Verkauf von Esswaren und Fanschals ihr geplantes Trainingslager in Spanien verdienen.

Früher auch Viehmarkt

An einem Stand in eigener Sache konnte man zeitweise den gesamten Gemeinderat – herausgeputzt in nostalgischen Kostümen – antreffen. Historische Markt-Fotos erinnerten an frühere Zeiten. Texte schilderten die Ursprünge des seit 140 Jahren jeweils am dritten März- und ersten November-Dienstag abgehaltenen Marktes. Kälbchen in Boxen erinnerten daran, dass früher auch der Viehhandel zu den Jahrmärkten gehört hatte.

Während am Frühlingsmarkt den Marktfahrern zum Jubiläum die Standgebühr erlassen worden war, kamen diesmal die Besucher von den Magistraten einen feinen Lebkuchen in die Hand gedrückt.

Ein Marktbrauch blieb allerdings auf der Strecke: Im «Rebstock» spielte auch gestern keine Kapelle zum Märt-Tanz auf.