Leutwil
Leben im Stand-by-Modus: So spart Familie Gautschi 25 Prozent Energie

David und Deborah Gautschi zeigen, wie einfach im Haushalt der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Seit dem 1. Oktober 2013 nehmen sie am AEW-Energiespar-Wettbewerb teil. Sie sind zuversichtlich, ihr Ziel zu erreichen.

Josua Bieler
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David und Deborah Gautschi mit ihren Kindern Emanuel (10), Timeo (7). Jael (5) fehlt.

David und Deborah Gautschi mit ihren Kindern Emanuel (10), Timeo (7). Jael (5) fehlt.

Zur Verfügung gestellt

Ein halbes Jahr lang muss die Familie Gautschi 25 Prozent Energie einsparen. Sie nehmen an einem Wettbewerb der AEW Energie AG teil und treten gegen die Familie Gröflin aus Rheinfelden an. Nach den ersten vier Monaten ist die Familie Gautschi zuversichtlich: «Die 25 Prozent sollten wir erreichen», so David Gautschi, der Vater der Familie.

Die Familie aus Leutwil hat diverse Sparmassnahmen getroffen (siehe Box rechts). Am meisten Energie spart sie beim Heizen. Wie Vorberechnungen ergaben, kann in Gautschis Haushalt 6 Prozent Strom gespart werden, wenn die Temperatur im Haus um ein Grad gesenkt wird. So entschied die Familie, zwei Grad weniger zu heizen. Mit dieser Massnahme kann sie schon fast die Hälfte der geforderten Energieeinsparung abdecken. «Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt», sagt Deborah Gautschi, die Mutter von Emanuel, Timeo und Jael. Manchmal würde sie schon gerne aufheizen, doch stattdessen zieht sie sich nun einfach einen dickeren Pullover über.

So sparen auch Sie 25% Energie in Ihrem Haus

1. Heizen Sie zwei Grad weniger, ziehen Sie sich dafür einen Pullover über.
2. Duschen statt Baden. So sparen Sie nicht nur Energie, sondern auch Zeit.
3. Schalten Sie die Abwaschmaschine ab. Damit haben Ihre
Kinder auch ein sinnvolles Ämtli.
4. Trocknen Sie Ihre Wäsche an der Sonne statt mit dem Luftentfeuchter.
5. Waschen Sie nur Kleider
60 Grad, bei denen 40 Grad nicht reichen.
6. Verwenden Sie wenn möglich Besen statt Staubsauger.
7. Verwenden Sie LED-Lampen statt Glühbirnen.
8. Ziehen Sie in der Küche die Herdplatte dem Backofen vor. (bie)

Zum Glück ein milder Winter

Als die Familie aber von den Skiferien zurückkam, reichte auch ein Pullover nicht mehr: Nur noch gerade 11 Grad warm war es im Haus, nachdem die Heizung für eine Woche ganz abgeschaltet wurde.
15 Stunden mussten sie wieder aufheizen, um in der Wohnung 18 Grad und damit «Zimmertemperatur» zu erreichen. Während sich die Familie an den Temperaturrückgang gewöhnte, fällt den Besuchern die kühle Temperatur sofort auf. «Da stellt sich die Frage, ob wir der Besucher wegen aufheizen sollen», so Deborah Gautschi. Das Leben erleichtert hat der Familie das milde und sonnige Winterwetter. Die Leutwiler Familie verfügt zwar nicht über Solaranlagen, doch bei starker Sonneneinstrahlung erwärmt sich dank den Fenstern das Haus so stark, dass sie auf das Heizen verzichten können.

Nebst dem Heizen spart die Familie bei weiteren Energiefressern. Viel Energie verbraucht der Boiler, sodass im Haus ein Badeverbot verordnet wurde. Vater David Gautschi vermisst das Baden nicht wirklich: «Ob man jetzt warm duscht oder sich ein warmes Bad nimmt, spielt doch keine grosse Rolle», so der 38-Jährige. Egal ist das Badeverbot auch den Kindern: Diese leisten sich seit Neustem einen regelrechten Konkurrenzkampf, wer mit weniger Wasser
duschen kann.

Siegesprämie beträgt 5000 Franken

Gewinnt die Familie Gautschi den Wettbewerb der AEW Energie AG, wird sie mit 5000 Franken belohnt. Dazu muss die fünfköpfige Familie aber mehr sparen als die Gegner-
Familie Gröflin aus Rheinfelden. Wer momentan die Nase vorn hat, ist unklar. «Wir wissen wenig über die Sparmassnahmen der Familie Gröflin», so Deborah Gautschi. Als sie sich einmal begegneten, versuchte sie vergebens, der Familie Gröflin Spartipps zu entlocken. «Wir wären auch mit dem guten zweiten Platz zufrieden. Das reicht uns», so Gautschi. Der zweite Platz wird immerhin noch mit 3500 Franken ausgezeichnet. Der Sieger des Energie-Wettbewerbs wird Anfang April bestimmt.