Staufen/Lenzburg

Le Shop kritisiert Lenzburg wegen Beschwerde: «Wir mussten Leuten kündigen»

Der LeShop-Abholmarkt soll vor allem Pendler anziehen.

Neues Shopsystem:

Der LeShop-Abholmarkt soll vor allem Pendler anziehen.

Die Migros-Tochter Le Shop ist überzeugt, in Staufen einen LeShop-Drive eröffnen zu können – obwohl die Stadt Lenzburg gegen den Abholmarkt Beschwerde eingereicht hat. Die Verzögerung hat laut Le Shop zudem Folgen: «Wir mussten Leuten kündigen.»

Im vergangenen Oktober ging die Migros-Tochter Le Shop in die Offensive. In Studen bei Biel wurde der Le-Shop-Drive eröffnet, ein in der Schweiz neues Abholmarkt-Konzept: Der Kunde bestellt per Internet Ravioli, Brot und Katzenfutter, fährt mit dem Auto beim Abhollager vor und lässt sich die Einkäufe in den Kofferraum stellen.

Das Konzept scheint sich zu rechnen: Im März fuhren wöchentlich gegen 1200 Kunden beim Abhollager vor. «Online bestellen und beim Le-Shop-Drive abholen, wird unser heutiges 150-Mio-Geschäft in den kommenden Jahren verdoppeln», sagt Le-Shop-Geschäftsführer Christian Wanner.

Trotz Beschwerde: Le Shop ist zuversichtlich

Im Aargau sind diese Pläne aber ins Stocken geraten. Als zweites Pilotprojekt hätte Anfang 2013 ein Le-Shop-Drive in Staufen eröffnet werden sollen. Der Termin ist längst Makulatur. Denn der Lenzburger Stadtrat wehrte sich mit einer Einwendung gegen den Abholmarkt an der Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Schafisheim. Der Stadtrat stellt die Zonenkonformität in frage und befürchtet am Rande auch mehr Verkehr. Weil der Gemeinderat Staufen das Projekt trotzdem bewilligte, gelangte der Stadtrat an den Rechtsdienst des Regierungsrates. Dort ist die Beschwerde hängig, wie der Rechtsdienst auf Anfrage mitteilt.

Trotz des Widerstandes bleibt Le Shop zuversichtlich. Dies geht aus einer Medienmitteilung hervor, die der Onlinehändler kürzlich zum Abschluss des 1. Quartals 2013 veröffentlicht hat. Darin heisst es: «Ein zweiter Pilotstandort wird voraussichtlich noch 2013 in Staufen eröffnet.»

«30 Stellen bleiben vorläufig unbesetzt»

Was macht Le Shop so sicher? «Wir sind überzeugt, dass Befürchtungen wegen mehr Verkehr und Lärm unbegründet sind», sagt Dominique Locher, Direktor Marketing und Verkauf bei Le Shop. «Bei unserem Abholmarkt in Studen hat der Verkehr nicht zugenommen, was auch Gutachten vorausgesagt hatten.» 90 Prozent der Kunden seien Pendler, die sowieso in dieser Region unterwegs sein würden.

Die Verzögerung des Staufner Projektes habe zudem laut Locher Konsequenzen und schade der Region: «Bauaufträge an lokale Firmen konnten nicht vergeben werden und 30 Stellen bleiben vorläufig unbesetzt», sagt Locher. «Wir mussten sogar Leuten kündigen, die in Staufen hätten arbeiten sollen.» Das Nachsehen hätten auch Lieferanten wie Hero und Traitafina, die den Abholmarkt in Staufen beliefern sollen. Weiter will Le Shop laut Locher mit der Werkstatt der Stiftung für Behinderte zusammenarbeiten.

Die Migros-Tochter Le Shop hat in Staufen grosse Pläne: Als zweites Schweizer Pilotprojekt soll vor den Toren Lenzburgs ein Drive-in-Abhollager entstehen. Der Lenzburger Stadtrat befürchtet jedoch mehr Verkehr und bekämpft das Projekt. Eine entsprechende Beschwerde ist beim Kanton hängig. Le Shop ist dennoch zuversichtlich, in Staufen Fuss fassen zu können

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1