Seetal

Landschaftsschutz Hallwilersee: «Unseren Verband braucht es mehr denn je»

Benno Stocker Co-Präsident des Landschaftsschutzverbandes Hallwilersee: «Der Hallwilersee gehört der Allgemeinheit. Möglichst viele Leute sollen profitieren können. Doch sie müssen sich an die Regeln halten.»

Benno Stocker Co-Präsident des Landschaftsschutzverbandes Hallwilersee: «Der Hallwilersee gehört der Allgemeinheit. Möglichst viele Leute sollen profitieren können. Doch sie müssen sich an die Regeln halten.»

Ein halbes Jahrhundert überwacht der Landschaftsschutzverband Hallwilersee den Umgang mit der Natur. Co-Präsident Benno Stocker (Beinwil am See) im Interview.

Wie würde das Seetal aussehen, wenn der Landschaftsschutzverband Hallwilersee vor 50 Jahren nicht gegründet worden wäre?

Benno Stocker: Es hätte sicher mehr auffallende Bauten an den Hängen. Es war und ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, störende Bauten ausserhalb der Dorfkerne zu verhindern.

Wie hat sich die Aufgabe seit den Gründer-Jahren geändert?

Der Schwerpunkt ist weiterhin der Gleiche. Es geht um den freien Zugang zum See, die Pflege schöner Naturlandschaften und die Verhinderung von Bauten, die das Landschaftsbild stören. Hier hat sich der Fokus etwas verlagert: Neu beachten wir auch die zweite Baureihe, also die höher gelegenen Gebiete, wo der Einfluss des Hallwilerseeschutzdekrets aufhört.

Hat sich die Einstellung der breiten Bevölkerung zu Ihren Anliegen verändert?

Das kann man sicher sagen: Das Bewusstsein für die Erhaltung unserer einzigartigen Landschaft ist heute stärker. Persönlich spüre ich, dass vor allem bei den Gemeindebehörden ein Umdenken stattgefunden hat. Früher musste man hier hart kämpfen, heute werden wir früher einbezogen und es findet schon in der Projektierungsphase eine Diskussion statt. Als Beispiele sind hier etwa die Hotelprojekte der Birrwiler «Schifflände» oder beim Seenger «Eichberg» zu erwähnen.

Braucht es den LSVH heute noch?

Ich denke schon: Unseren Verband braucht es mehr denn je. Mittlerweile gibt es zwar weitere Organisationen, die uns in unseren Bestrebungen unterstützen oder Plattformen, auf denen wir unsere Ziele verfolgen können. Der Bauboom hält jedoch weiter an und wer weiss, vielleicht wird der Druck auf die Landschaft in Zukunft wieder massiv zunehmen.

Kann der Vorstand die verschiedenen Aufgaben noch wahrnehmen?

Die wichtigsten Aufgaben in den Bereichen Politik, Naturpflege und Vernetzung können wir sicherstellen. Doch der Aufwand ist schon gross und wir sind auch permanent auf der Suche nach Personen, die bereit sind, aktiv mitzuhelfen.

Wie sehen Sie die Verbands-Zukunft?

Wir werden die bisherigen Ziele weiter verfolgen: Wichtig ist die Kontinuität, also das Weiterführen der bisherigen Aufgaben. Dies schliesst neue Projekte, wie aktuell die Federführung beim Wieselförderprojekt Seetal, nicht aus.

Zum Abschluss die entscheidende Frage des Jubiläums: Wem gehört der See?

Der Allgemeinheit. Möglichst viele Leute sollen profitieren können. Doch sie müssen sich an die Regeln halten. An einigen schönen Tagen hat es für die Natur eindeutig zu viel Betrieb. Daneben gibt es jedoch auch Tage, an denen ich ganz allein dem Ufer entlang wandern kann.

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