Lenzburg
Landfrauen backen für Bundespräsidentin Leuthard und ihre Ratskollegen

Der Bundesrat ist auf «Schulreise» und wird am Donnerstag auf dem Metzgplatz empfangen. Die Landfrauen verköstigen den hohen Besuch aus Bern und das Volk mit Währschaftem

Ruth Steiner
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Bundespräsidentin Doris Leuthard kommt heute mit ihren Bundesratskollegen nach Lenzburg, die Züpfe für den Apéro bäckt Bäuerin Myrtha Dössegger.

Bundespräsidentin Doris Leuthard kommt heute mit ihren Bundesratskollegen nach Lenzburg, die Züpfe für den Apéro bäckt Bäuerin Myrtha Dössegger.

KEY/Ruth Steiner

Grosse Bühne für die Landfrauen des Bezirks Lenzburg: Sie sind vom Stadtrat als Caterer für den heutigen Empfang des Bundesrats auf dem Lenzburger Metzgplatz ausgewählt worden. «Das ist eine grosse Herausforderung für die Landfrauen», sagt Myrtha Dössegger. «Wir freuen uns sehr, dass wir den Bundesrat und die Bevölkerung mit eigenen Produkten aus unserer Region bewirten dürfen.» Dössegger ist dafür verantwortlich, dass die gewünschten Backwerke am Donnerstagnachmittag zeitig parat sind. Neun Landfrauen helfen ihr dabei. Um 16.15 Uhr will Bundespräsidentin Doris Leuthard, die ihre Ratskollegen auf der «Schulreise» durch ihren Heimatkanton Aargau führt, auf dem Metzg-platz die Bevölkerung aus der Region Lenzburg zum Austausch und Umtrunk treffen.

Der Stadtrat hat keine feudale Sause bestellt, sondern bodenständige, regionale Kost verlangt, weiss Myrtha Dössegger. Züpfe mit Speck und mit Tomate und Oliven, Nuss- und Kartoffelbrote gibt es. Dazu Jurakäse und getrocknete Fleischwaren von einem Metzger aus der Region. Zum Trinken wird weisser Goffersberger Riesling Sylvaner von den Rebbergen der Justizvollzugsanstalt und roter Pinot Noir Auslese aus dem Weinkeller der Lenzburger Ortsbürger serviert.

Zum Dessert darf die obligate Aargauer Rüeblitorte nicht fehlen. Sie wird in Form einer Schnitte herumgereicht. «Das Gebäck wird nach dem gleichen Rezept hergestellt, das wir vor zwei Jahren für die Olma in St. Gallen verwendet haben. Damals war der Aargau Gastkanton», sagt Dössegger.

Beim Service werden die Landfrauen unterstützt von den Marketenderinnen des Lenzburger Freischaren-Manövers. Dieses wird in diesem Jahr übrigens am Jugendfest nicht über die Bühne gehen. Manöver finden nur in den geraden Jahren statt.

Wetter verspricht Grossaufmarsch

Am Morgen hat der Wecker im Hause Dössegger wegen der Gäste aus Bundesbern etwas früher geläutet als dies donnerstags normalerweise der Fall ist. Bereits um fünf Uhr ist Bäuerin Myrtha Dössegger aufgestanden, hat die Ärmel hochgekrempelt und sich in ihrer hauseigenen Backstube ans Werk gemacht. Die Züpfen kommen frisch aus ihrem Backofen auf dem Bauernhof im Wildenstein. Wie viele Kilogramm hat Dössegger gebacken? Sie lacht. Hoffentlich genug. Genaue Zahlen zum erwarteten Volksaufmarsch auf dem Metzgplatz hat sie keine in Erfahrung bringen können. Stimmt das Wetter, so könnten am Nachmittag 500 bis 700 Personen zum Apéro mit den Bundesräten kommen, sagt sie.

Wie stehts um Sicherheit?

Weniger auskunftsfreudig als die Landfrauen beim kulinarischen Teil gibt man sich beim offiziellen Lenzburg, wenn es um Fragen wie beispielsweise die Sicherheit geht. Immerhin geben die Vorfälle in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern Anlass zu einer gewissen Vorsicht. Wurden also in der Stadt und beim Metzgplatz spezielle Vorkehrungen getroffen? Diese Frage falle nicht in die Hoheit des Stadtrates von Lenzburg, heisst es dort.