Vorderwald/Lenzburg
Land unter? Der Jubla ists egal – jetzt halt Zivilschutzbunker statt Zelt

Eine Überschwemmung machte für die Jungwächtler und Blauringmädchen aus dem Zelt- ein Heimlager.

Caroline Kienberger, Ruth Steiner und Nadja Rohner
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Der Lageralltag geht nach der Überschwemmung weiter, halt einfach in der Zivilschutzanlage. Caroline Kienberger

Der Lageralltag geht nach der Überschwemmung weiter, halt einfach in der Zivilschutzanlage. Caroline Kienberger

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Mit ganz so viel Medienrummel rund um ihr Sommerlager haben die Jungwächtler und Blauringmädchen aus Lenzburg wohl nicht gerechnet. «Wir freuen uns über das Interesse, lieber geniessen wir aber unsere Ruhe», mailte gestern Lagerleiter Jonas Ledermann kurz und bündig.

Dabei wollte die az doch nur wissen, wie es den rund 50 Kindern nach dem abenteuerlichen Wochenstart geht. Denn die Feuerwehr Vordemwald musste am frühen Dienstagmorgen ihren Zeltplatz auf dem Grundstück eines Vordemwalder Landwirten an der Pfaffneren evakuieren. Hier wollte die Jubla eigentlich ihr zwölftägiges Sommerlager verbringen. Aber dann wollte der Regen nicht mehr aufhören, wurde immer stärker, bis schliesslich der Bach über die Ufer trat.

Die Pfaffneren, ein eher kleiner Bach, überschwemmte das Lager. ZVG

Die Pfaffneren, ein eher kleiner Bach, überschwemmte das Lager. ZVG

«Unser Küchenchef war als Erster wach und sah, dass das Wasser über Nacht stark angestiegen war», sagte Jonas Ledermann kurz nach der Evakuation gegenüber dem Zofinger Tagblatt. Daraufhin hätten die Leiter die Kinder geweckt. Sie mussten Gummistiefel und Regenhosen anziehen und wurden zum Zmorge ins Esszelt auf der Anhöhe oberhalb des Lagerplatzes geschickt, während die Leiter die Gemeinde informierten.

Wenig später traf die Feuerwehr ein und machte sich ein Bild der Lage. Der Bach hatte inzwischen einen Teil des Grundstücks unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr entschied, die Kinder mit dem Transporter in die Zivilschutzanlage zu bringen. «Die Zufahrt war schwierig, weil die Anhöhe von Wasser umschlossen war», so Einsatzleiter Roman Nöthiger. Die Kinder hätten indes keinen verängstigten Eindruck gemacht. «Es war aber auch kein reissender Bach, der sie umgab», sagt er.

Die Evakuierung machte den Kindern sogar Spass: «Es war cool, einmal mit einem Feuerwehrauto zu fahren», erzählte eines der Kinder. Auch die Polizei chauffierte eine Gruppe. «Das war lustig, weil wir uns ein bisschen vorkamen wie Verbrecher», sagte ein Mädchen kichernd. Das Blaulicht habe die Polizei dabei leider nicht eingeschaltet.

Leiter und Feuerwehr mussten die Zelte an der Pfaffneren inzwischen abbauen. Das Wasser steigt weiter an. «Wir hoffen, dass wir den Platz am Freitag wieder beziehen können», so Ledermann. Unterdessen essen und schlafen die Kinder in der Zivilschutzanlage.

Langweilig wird es ihnen so oder so nicht: Das Programm mit verschiedenen Spielen bleibt trotz des Wetters bestehen. Und von der Evakuation werden die Jungwächtler und Blauringmädchen bestimmt noch ihren Enkeln erzählen.