Niederlenz
«Kunst am Bau» wird geopfert - Wasserspiel muss neuem Schulhaus weichen

Spezieller Spatenstich für das neue Oberstufenschulhaus: Drittsekler posierten, wo sich in 13 Monaten ihre Nachfolger in Lernlandschaften tummeln werden.

Fritz Thut
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Daumen rauf für das neue Oberstufenschulhaus in Niederlenz: Drittsekler beim symbolischen Spatenstich.

Daumen rauf für das neue Oberstufenschulhaus in Niederlenz: Drittsekler beim symbolischen Spatenstich.

Chris Iseli

Der Campus Rössligasse im Zentrum von Niederlenz erhält Zuwachs. Die Stimmberechtigten haben im letzten November 5,4 Millionen Franken für den Neubau eines Oberstufenschulhauses gesprochen.

Gestern Montag erfolgte bereits der symbolische Spatenstich. Dort, wo einst ein breit angelegtes Wasserspiel plätscherte – «Das war damals die viel beschworene ‹Kunst am Bau›», so Gemeindeammann Jürg Link – standen die Schüler der dritten Sekunderklasse mit Bauhelmen und Schaufeln Modell.

Enger Zeitplan

Die unterschiedlichen Betonwürfel müssen nun zügig weichen. Der Aushub für das Oberstufenschulhaus ist in den ersten Wochen der Sommerferien vorgesehen. Auch anschliessend ist der Zeitdruck hoch. Das Schulhaus, in dem je drei Sek- und Realklassen unterrichtet werden sollen, soll in einem Jahr fertiggestellt sein. Zu Beginn des übernächsten Schuljahres, am 14. August 2017, sollen hier die ersten Lektionen erteilt werden.

Um diesen ehrgeizigen Zeitplan einhalten zu können, wurde ein ausgeklügelter Bauablauf ausgetüftelt. Trotzdem ist man sich bewusst, dass man etwa auch vom Wetter abhängig ist: «Es muss alles rund laufen, dass der Bau rechtzeitig fertig wird», wurde am Spatenstich verkündet.

Das künftige Niederlenzer Oberstufenschulhaus weist Pioniercharakter auf. In den Schulräumen für die sechs Klassen finden die Schulstunden in einer neuen Form statt: Als «offener Unterricht in flexibler Lernlandschaft».

Eine Aargauer Premiere

Erstmals im Aargau konnte auf die künftige Lernumgebung «bereits in der Phase der Planung Einfluss genommen werden», so Co-Schulleiterin Jeanette Egli. Während in den wenigen andern Orten, wo bereits in Lernlandschaften unterrichtet wird, bestehende Schulräume durch das Entfernen von nicht-tragenden Wänden angepasst werden mussten, kann in Niederlenz von Beginn weg auf die anderen Raumbedürfnisse eingegangen werden.

«Der Input für diese Neuerung kam aus dem Kollegium», so Egli. Zu den eigentlichen Lernlandschaften gehören sechs Inputräume, wo der neue Stoff vermittelt wird, ehe er in einer offeneren Atmosphäre vertieft werden kann. Es sei zudem ein grosser Vorteil, dass künftig die gesamte Oberstufe unter einem Dach zusammengefasst sei, freut sich die Schulleiterin. Wie sich die Aargauer Premiere in der Praxis bewährt, zeigt sich bereits nach den übernächsten Sommerferien.