Lenzburg
Künftig sollen auch Schüler neben der Schule betreut werden

Das Angebot von Kinderkrippen in Lenzburg ist gross: Im Purzelhuus, Taubenschlag oder Lenzi werden kleine Kinder betreut, und auch im Familienzentrum sind sie gut aufgehoben. Mager sind allerdings Betreuungsplätze für schulpflichtige Kinder. Der Einwohnerrat befasst sich deshalb mit einer entsprechenden Vorlage.

Barbara Vogt
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Auch dank dem Engagement der Vereinspräsidentin und Einwohnerrätin Sabine Sutter werden im Familienzentrum Kinder betreut. archiv az

Auch dank dem Engagement der Vereinspräsidentin und Einwohnerrätin Sabine Sutter werden im Familienzentrum Kinder betreut. archiv az

SP, GLP, CVP, EVP und Grüne haben im letzten Jahr eine Motion zur familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung an den Einwohnerrat überwiesen. Die Motionäre wollen, dass die Stadt bis spätestens zum Schuljahr 2014/15 ein gutes Betreuungsangebot an der Volksschule hat.

Die Einwohnerratssitzung stimmt gleich über ein Betreuungspaket ab: über die Frühbetreuung (zwischen 6.30 und 8.15 Uhr), die Nachmittagsbetreuung (zwischen 11.45 und 18 Uhr), die Ferienbetreuung sowie über den Ausbau des Mittagstisches auf 30 Plätze.

Seit das Mittagessen in der Schulanlage Angelrain angeboten wird, sei die Nachfrage gestiegen, sagt Stadtammann Daniel Mosimann. Zurzeit bestehe gar eine Warteliste.

Mit Morgenessen

Die Frühbetreuung bietet vorerst zehn Betreuungsplätze, dabei erhalten die Kinder auch Morgenessen. Bei der Nachmittagsbetreuung, mit 15 Betreuungsplätzen, wird Rücksicht auf den Stundenplan genommen.

Ein Kind kann auch nur während eines halben Nachmittags betreut werden. Die Ferienbetreuung dauert maximal acht Ferienwochen pro Jahr und soll in Zusammenarbeit mit den übrigen Ferienangeboten in Lenzburg erfolgen.

Für das neue familien- und schulergänzende Betreuungsangebot werden im neuen Schulhaus Mühlematt Räume zur Verfügung gestellt. Die Betreuung wird durch die private Trägerschaft, das heisst durch den Verein Tagesstrukturen Lenzburg angeboten.

Für die Betreuung strebt der Stadtrat ein möglichst einfaches System der Subventionierung – analog der Kindertagesstätten – an: Eltern müssen zwischen 100 und 15 Prozent des Betreuungsangebotes bezahlen.

Vom Bruttoeinkommen abhängig

Dies hängt vom jährlichen Bruttoeinkommen ab (100 Prozent ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 1350000 Franken, 15 Prozent ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 30000 Franken).

Für den Stadtrat ist der Ausbau von Tagesstrukturen «zwingend» erforderlich. «Wir wollen eine attraktive Wohngemeinde bleiben», sagt Daniel Mosimann.

Ihm geht es aber nicht nur um sozialpolitische, sondern auch um wirtschaftliche Aspekte: Bei einem guten Betreuungsangebot könnten Mütter vermehrt in die Wirtschaft einsteigen. Diese profitiere vom Wissen der Frauen und ihrer Ausbildung, die sie einst absolviert haben.