Rupperswil
Kündigung eines Lehrers in Rupperswil sorgte für Wirbel

Die Schule Rupperswil hat sich nach Meinungsverschiedenheiten von einem Lehrer getrennt. Dies führte zu grossen Diskussionen.

Irena Jurinak
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In der im Sommer durchgeführten externen Schulevaluation durch die Fachhochschule Nordwestschweiz schnitt die Schule Rupperswil in fünf Punkten gut ab.

In den Bereichen «Betriebsklima» und «Elternkontakte» besteht jedoch Verbesserungsbedarf, schreibt die Schulpflege in einer Medienmitteilung.

Die teilweise voraussehbaren Hauptursachen seien das Fehlen von gemeinsamen Werten und der Umgang mit Verbindlichkeiten innerhalb der vor vier Jahren eingeführten «Geleiteten Schule». Zudem hat wegen interner Unstimmigkeiten ein Lehrer diesen Frühling entschieden, die Schule zu verlassen.

Der Schule fehlt Profil

Die Kündigung hat im Kollegium und bei einem Teil der Eltern hohe Wellen geworfen und zu einer Eskalation geführt. Eine Aufsichtsbeschwerde, die erstinstanzlich abgewiesen wurde, liegt derzeit beim Regierungsrat. «Wir sind unter Druck, aber mit gutem Gewissen», sagt Schulpflegepräsidentin Esther Berner-Berner dazu.

Die Eskalation sei das Resultat einer ungenügend entwickelten Konfliktkultur, einer gespaltenen Haltung gegenüber dem System «Geleitete Schule» und einem fehlenden einheitlichen Profil der Schule. «Wir haben noch kein Leitbild», erläutert Berner, «weshalb es schwierig ist, im Kollegium einen Konsens zu finden.»

Leitsatz: «Wir und unsere Schule»

Eines der Ziele der geleiteten Schule, sich weg vom Ansatz «Ich und meine Klasse» zur gemeinsamen Prämisse «Wir und unsere Schule» zu entwickeln, habe man noch nicht erreicht. «Wir haben es versucht, sind jedoch angestanden», so Berner.

Die Kündigung des Lehrers habe im Kollegium und bei Eltern Misstrauen und Ängste geschürt. Als weitere Konsequenz kündigte schliesslich der Schulleiter. Deshalb lancierte die Schulführung kurz nach Schuljahresbeginn eine Konfliktintervention.

Dabei nimmt eine externe Fachperson im Kollegium gezielte Interventionen vor und versucht die Team-Dynamik neu zu gestalten.

Externe Evaluation soll Wogen glätten

Damit ist die erste vom externen Evaluationsteam empfohlene Massnahme ergriffen worden. Sobald sich das Betriebsklima stabilisiert hat, soll die Zusammenarbeit mit den Eltern optimiert werden.

Auch hier habe die Einführung der geleiteten Schule zu Verunsicherungen geführt, so Berner. «Früher waren die Ansprechpersonen der Eltern ganz klar die Klassenlehrer und die Schulpflege», sagt sie, «neu müssen sie sich an einen Schulleiter wenden, die Schulpflege ist heute deutlich weiter entfernt vom Schulalltag.»

Sobald man die internen Probleme gelöst habe, werde man versuchen, die Entwicklung des Leitbildes in Angriff nehmen und auch die Mitwirkung der Eltern zu institutionalisieren.

Integrative Schule läuft gut

Kein Handlungsbedarf besteht in den Bereichen «Schul- und Unterrichtsklima», «Betreuungs- und Aufsichtsfunktion», «Schulführung», «Qualitätsmanagement» und «Regelkonformität».

Gute Noten hat die Schule Rupperswil ausserdem für die Integrative Schulungsform (IS) erhalten. Die IS wurde in Rupperswil im August 2009 eingeführt, ab dann wurden Schüler der Kleinklasse in die Regelklassen integriert. Man befinde sich hier zwar noch auf der elementaren Entwicklungsstufe, habe aber viel erreicht und sei auf gutem Weg zur fortgeschrittenen Entwicklungsstufe.

Die Schulführung wird die Evaluationsergebnisse analysieren und bis im Frühling 2011 einen Massnahmenplan erstellen. Der Bericht kann nach telefonischer Anmeldung im Schulsekretariat eingesehen werden.