Schule
Kreisschule Rupperswil muss nicht aufgelöst werden

Trotz anstehender kantonaler Schulreform muss die Kreisschule Lotten, so wie sie heute besteht, nicht aufgelöst werden. Dies hat sich im Nachgang zu den Berichten über den Entscheid zur Auflösung herausgestellt.

Irena Jurinak
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Das Oberstufenschulhaus in Hunzenschwil.

Das Oberstufenschulhaus in Hunzenschwil.

Anfang März fand deshalb ein Treffen zwischen dem Bildungsdepartement des Kantons Aargau (BKS) und der Kommission zur Zukunft der Kreisschule Lotten statt.

«Aus rechtlicher Sicht wäre es möglich, die Kreisschule Lotten mit ihren heute insgesamt 12 bis 15 Abteilungen an drei Standorten weiter zu führen», schreibt die Kommission nun in einer aktuellen Medienmitteilung.

Falsche Annahme der Beraterfirma

Die Metron AG war in einem Bericht zur Entwicklung der Kreisschule fälschlicherweise davon ausgegangen, dass eine Weiterführung an drei Standorten nach der Schulreform aus gesetzlichen Gründen nicht mehr möglich sein werde. Sie nahm an, dass eine Mindestgrösse von 6 Abteilungen pro Standort gefordert sei. Richtig ist jedoch, dass der Regierungsrat von einem Minimum von 3 Abteilungen pro Standort und 6 Abteilungen pro Schulkreis ausgeht. Der Kanton will die Auflösung von kleinen Standorten nicht auf gesetzlichen Druck hin erzwingen. Der Grosse Rat berät die Vorlage seit vorgestern, die Stimmbevölkerung stimmt im März 2012 darüber ab.

Trotz dieser veränderten Ausgangslage will die Kommission den Kreisschulverband jedoch auflösen und den Wechsel der Oberstufe in benachbarte Schulkreise vertraglich regeln. Angedacht ist, die Schüler aus Hunzenschwil und Schafisheim nach Lenzburg zu schicken und diejenigen aus Rupperswil nach Wildegg. Die Gemeinderäte aller Lottengemeinden und die Ortsschulpflegen unterstützen diesen Entscheid.

Schule mit drei Standorten seien schlecht zu führen

Pädagogische und schulorganisatorische Überlegungen würden gegen allzu kleine Standorte sprechen. Oberstufenzentren mit einer Minimalgrösse böten für Lehrpersonen und Schulleitungen grössere und stabilere Pensen, heisst es in der Mitteilung.

«Die Kreisschule hat bei der Evaluation gut abgeschnitten, aber wir sind überzeugt davon, dass der Status Quo, also eine Oberstufe an drei Standorten, keine gute Lösung ist», sagt Adolf Egli. Eine Schule mit drei Standorten sei schlecht zu führen, so der Gemeindeammann von Schafisheim. «Am liebsten würden wir in einer Gemeinde einen gemeinsamen Oberstufenstandort schaffen, aber das ist aus finanziellen Gründen nicht möglich.»

Kreisschulpflege kämpft weiter

Dennoch soll die Variante «Status Quo» nun noch aufgearbeitet werden, damit «die Entscheidungsgrundlagen für den Souverän transparent werden». Die Bevölkerung soll erst nach der kantonalen Abstimmung über die Schulreform an den Gemeindeversammlungen im Juni 2012 und nicht wie kürzlich publiziert bereits diesen Sommer über die Auflösung abstimmen.

Die Kreisschulpflege wird sich nach wie vor für den Erhalt der eigenen Oberstufe in den Lottengemeinden einsetzen, erklärt Präsident Markus Heynen auf Anfrage der az Aargauer Zeitung.