Expertenbericht
Kreisschule Lotten: Schlechte Prognose mit drei Standorten

Die Kreisschule Lotten stösst mit ihren Oberstufen-Zentren in Rupperswil, Schafisheim und Hunzenschwil an Grenzen. Mit der Schulreform 6/3 werden kaum alle drei Standorte erhalten bleiben können. Zu diesem Schluss kommt die externe Schulevaluation.

Pascal Meier
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Die Kreisschule Lotten kommt nicht zur Ruhe.(Symbolbild)

Die Kreisschule Lotten kommt nicht zur Ruhe.(Symbolbild)

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Die Kreisschule Lotten mit ihren drei Oberstufen-Standorten Schafisheim, Hunzenschwil und Rupperswil war im Sommer 2012 heftig durchgeschüttelt worden. Dem Plan der drei Gemeinderäte, die Kreisschule wegen knappem Schulraum aufzulösen und die Sekundar- und Realschüler auf andere Schulzentren zu verteilen, schlug ein harter Wind entgegen. Die Stimmbürger der Verbandsgemeinden lehnten schliesslich die Auflösung der gemeinsamen Oberstufe an den Gemeindeversammlungen wuchtig ab. Die Gemeinderäte entschieden darauf, dass bei der Kreisschule alles beim Alten bleibt – und dass alle drei Standorte weitergeführt werden.

Die teils emotional geführte Diskussion um die Zukunft der Kreisschule hat im Schulbetrieb Spuren hinterlassen. Die Lehrerschaft ist verunsichert. Zu diesem Schluss kommen die Experten der Fachstelle externe Schulevaluation der Pädagogischen Fachhochschule FHNW, die im Auftrag des kantonalen Bildungsdepartement die Kreisschule geprüft haben (siehe Box). «Die Diskussion um Standorte und Schulraum führten zu Verunsicherungen und Frustration», heisst es im Schlussbericht.

Standortbestimmung tut not

Diese Einschätzung bestätigt Schulleiter Michael Schwendener: Von «Frustration» im Lehrerkollegium könne zwar keine Rede sein, «viele Lehrer sind aber verunsichert», sagt Schwendener (siehe Interview). Denn mit der Umstellung auf das Schulmodell 6/3 (6 Jahre Primarschule, 3 Jahre Oberstufe) per Schuljahres 2014/2015 wird die Kreisschule Lotten einen ganzen Jahrgang verlieren und auf 180 bis 200 Schüler schrumpfen – zu wenig, um den Schulbetrieb sinnvoll an allen drei Standorten weiterführen zu können.

Zudem stösst die dezentral geführte Kreisschule organisatorisch immer mehr an Grenzen. «Jede Schule hat ihre eigene Kultur und es ist schwierig, diese gemeinsam zu führen», sagt Michael Schwendener.

Die Experten der externen Schulevaluation empfehlen der Kreisschule deshalb in ihrem Schlussbericht, «mit dem Verbandsvorstand bzw. den Gemeinderäten eine Standortbestimmung vorzunehmen».

Qualität der Schule ist gut

Trotz gewisser Verunsicherung in der Lehrerschaft: Dem Unterricht hat die unklare Zukunft der Kreisschule laut den Experten der Pädagogischen Hochschule FHNW nicht geschadet. «Obwohl wiederholt Unsicherheit über das Weiterbestehen der Kreisschule bestand, engagieren sich die Lehrpersonen in hohem Mass für ihren Standort und die Kreisschule», heisst es im Schlussbericht. Überhaupt schneidet die Kreisschule in der externen Evaluation bestens ab und erhält in allen geprüften Bereichen gute bis sehr gute Noten. Gelobt wird unter anderem der «wertschätzende, partizipative Führungsstil» in den Schulhäusern sowie das grosse «Know-how im Projektmanagement» und ein «gutes Qualitätsmanagement».

«Das ist vor allem unseren Lehrern zu verdanken, die trotz der unbequemen Situation mit grossem Engagement bei der Sache sind», hält Michael Schwendener fest.