Lenzburg
Komponist, Publizist und Maler: Peter Mieg war Zeit des Lebens in Lenzburg verwurzelt

Die Buchvernissage zur Veröffentlichung der neuen Biografie über Peter Mieg erlaubte das Eintauchen in die Welt des Lenzburger Künstlers und Journalisten.

Markus Christen
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Im Haus Sonnenberg in Lenzburg lasen die Autor Anna Kardos und Tom Hellat auf dem Sofa aus ihrem Buch über den Lenzburger Peter Mieg» vor.

Im Haus Sonnenberg in Lenzburg lasen die Autor Anna Kardos und Tom Hellat auf dem Sofa aus ihrem Buch über den Lenzburger Peter Mieg» vor.

Markus Christen

Auf halbem Weg von der Altstadt zum Schloss Lenzburg steht das Haus Sonnenberg. In diesem von der Schlossgasse versetzten und vor raschen Blicken verborgenen Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert lebte und arbeitete der Komponist, Publizist und Maler Peter Mieg von 1939 bis zu seinem Tod im Jahre 1990.

Vorgestern Sonntag wurde im «Sonnenberg» die neue Biografie über den vielbegabten und aussergewöhnlich frankophilen Lenzburger Künstler und Journalisten vorgestellt.

Begrüsst wurden die rund 60 Gäste der Buchvernissage mit Klängen aus dem Oeuvre des stets mit blauer Tinte operierenden und strukturierenden Komponisten. Der Vortrag der Flötistin Claudia Weissbarth vom Balkon des Hauses setzte den stimmigen Ton für diesen frühherbstlichen Nachmittag, der ein reizvolles Eintauchen in die Welt von Peter Mieg ermöglichte.

Bewusst junge Autoren gewählt

Im Anschluss hiess auch Michael Schneider, der Präsident der Peter-Mieg-Stiftung, die Gäste willkommen und stellte die Autoren der Biografie vor, den Musikjournalisten Tom Hellat und die Kulturredaktorin der «Aargauer Zeitung» Anna Kardos.

Man habe bewusst junge Autoren mit dem Verfassen der Biografie beauftragt, erklärte Michael Schneider, um einen frischen Zugang zu Werk und Person des Peter Mieg zu erhalten.

Im Wohnzimmer des «Sonnenberg» trugen Anna Kardos und Tom Hellat kurze Exzerpte aus der Biografie vor und machten Lust auf eine eingehende Lektüre. Die heimische, behagliche Stubenstimmung bildete in Hinsicht auf den Lebensweg von Peter Mieg einen aufschlussreichen Kontrast zu der historischen Rückschau der Biografie, die einen noch unschlüssigen Studenten bei seiner ersten Parisreise im Jardin du Luxemburg beobachtet.

Ein wenig aus der Zeit gefallen

Wie weitläufig, sowohl genre- als auch gattungsübergreifend das schöpferische Interesse von Peter Mieg war, das machte dieser Nachmittag im «Sonnenberg» deutlich. Seine Bilder, die im ganzen Haus aufgehängt sind, gaben auch einen Eindruck davon, wie der Maler selbst auf sein zu Hause blickte.

Tom Hellat sagt, Peter Mieg sei Zeit seines Lebens ein wenig aus der Zeit gefallen und dabei stets auf der Suche nach dem Schönen in der Musik gewesen. «Beseelt von einer globalen, weltmännischen Bildung ist der Künstler mit den Füssen immer fest in Lenzburg verwurzelt geblieben.»