Die Stadt Lenzburg soll nicht nur Energiestadt, sondern auch Velostadt sein. Dies verlangt die Fraktion glp/cvp in einem Postulat vom Mai 2013. An der Einwohnerratssitzung von diesem Donnerstag präsentiert der Stadtrat seinen Bericht dazu. Das Fazit: Die Situation ist komplex und «der Veloverkehr – wie auch der übrige Verkehr – hat in Lenzburg Verbesserungspotenzial».

Der Stadtrat sei sich bewusst, dass den schwächsten Verkehrsteilnehmern, den Fussgängern und Velofahrern, «genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden muss». Diese Antwort auf den ersten von drei Eckpunkten des Postulats beinhaltet keine Überraschung.

«Koexistenz im Verkehr»

Die nachgereichte Einschränkung lässt die Velolobby kaum jubilieren: «Die aus dem mittelalterlichen Kern entstandene, ständig gewachsene Stadt lässt einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur kaum mehr zu.» Dazu listet der Stadtrat Velowege, Busspuren und Stauräume auf.

Wegen diesen historisch bedingten Limiten sei «das zunehmende Mobilitätsbedürfnis nur im Rahmen der ‹Koexistenz im Verkehr› zu erfüllen». Dieses Konzept habe sich «im städtischen Raum auch in Lenzburg bewährt». Der Stadtrat erachtet dieses Modell als zielführend.

Die im Postulat geforderte Absprache mit Nachbargemeinden für ein regionales Velokonzept will der Stadtrat im Rahmen des Kommunalen Gesamtplans Verkehr mit Staufen und Niederlenz umsetzen. In der Folge kommentiert Exekutive und Stadtbauamt die zehn wichtigsten Pendenzen im städtischen Veloverkehr, wobei keine Patentrezepte, aber auch keine leeren Versprechungen, dafür sachliche Analysen geliefert werden.

Für Gesprächsstoff an der Sitzung ist hier sicherlich gesorgt; vor allem bei den Vertretern des Langsamverkehrs.

Weniger lang zu reden gibt der stadträtliche Bericht zu einem Postulat der EVP-Fraktion zur «zukunftsgerichteten Planung der Hinteren Kirchgasse». Hier handelt es sich um eine Altlast, stammt die Eingabe doch aus dem Jahr 2005 und ist teilweise schon von der Realität überholt, ist doch der Nordabschnitt dieses Altstadtabschnitts bereits saniert worden.

Für einmal könnten die vorgelegten Kreditabrechnungen Diskussionsstoff bieten. Die Sanierung der Stadtbibliothek kostete 67 000 Franken oder 20 Prozent mehr als der gesprochene Kredit. Bei der Sanierung Wiligraben übertrafen die Kosten den Voranschlag um 190 000 Franken oder mehr als 36 Prozent. Das Ingenieurbüro machte dafür beim eigenen Honorar Abstriche.