Schafisheim
Kommt doch ein Schulhaus auf der grünen Wiese?

Nach der öffentlichen Kritik werden die Investitionen in Strassensanierungen und Schulbauten nochmals durchleuchtet und Alternativen geprüft.

Ruth Steiner
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Die sanierungsbedürftigen Lenzburger- (vorne) und Seetalstrasse mit dem provisorischen Kreisel am Kehrbrunnenplatz.

Die sanierungsbedürftigen Lenzburger- (vorne) und Seetalstrasse mit dem provisorischen Kreisel am Kehrbrunnenplatz.

ST

Lange Zeit machte es den Anschein, als würde man in Schafisheim die riesige Investitionskröte schlucken: Über 20 Millionen Franken sollten für die Schulraumerweiterung und Strassensanierungen ausgegeben werden. Doch dem ist offensichtlich nicht so. Die auf den 2. März anberaumte ausserordentliche Gemeindeversammlung musste abgesagt werden.

Übergelaufen war das Fass an der Winter-Gmeind im November. Obwohl die Projekte nicht auf der Traktandenliste standen, sondern an der nun abgeblasenen März-Versammlung behandelt werden sollten, wurde die Diskussion aus den Reihen der Stimmbürger an diesem Abend lanciert. Später hat sich dann auch noch ein überparteiliches Komitee dazu geäussert.

Die Krux an der Geschichte ist wohl, dass zwei so gewichtige Investitionen gleichzeitig gestemmt werden müssen. «Uns war immer klar, dass es ohne eine Etappierung nicht geht», sagt Gemeindeammann Dölf Egli.

Trotzdem geht der Gemeinderat jetzt nochmals über die Bücher: Der anstehende Investitionsbrocken wird akribisch durchleuchtet, auf Sparpotenziale hin durchsucht und es werden Alternativen geprüft. Dazu geführt hat nebst der öffentlichen Kritik auch die Hiobsbotschaft vom Kanton Mitte Dezember, wonach die Anzahl der Arbeitsplätze in der Gemeinde in der Neuordnung des Finanzausgleichs keine Relevanz mehr haben werden. Für Schafisheim kann das unter Umständen bedeuten, dass aus dem Finanzausgleich künftig weniger Geld in die Gemeindekasse fliesst.

Schulhaus-Elementbau denkbar

Kann es sein, dass man bei der Schulraumerweiterung nun neue Wege geht? Dazu sagt Gemeinderätin Esther Erismann: «Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum ist unbestritten. Ja, wir werden die Variante Bauen im Elementbau auf der grünen Wiese vertieft prüfen.» Sollte dieses Szenario allerdings spruchreif werden, so weist Ammann Egli auf mögliche Konsequenzen hin: «Es muss deshalb im Voraus geklärt werden, welche Kosten allenfalls auf die Gemeinde zukommen, wenn das aktuelle Schulhausprojekt ‹Lena› zurückgezogen werden sollte.»

Was die Strassensanierungen anbelangt, so sei man mit dem Kanton im Gespräch über eine allfällige Reduktion des Gemeindeanteils, sagt Gemeinderat André Kreis. Dies sei in Spezialfällen, wenn beispielsweise eine Strasse mehrheitlich von Transitverkehr belastet werde, möglich.

Wie geht es nun weiter? Einen Fahrplan über das weitere Vorgehen abzugeben, sei unmöglich, sagt Egli. Klar sei im Moment einzig dies: «Es gibt erst eine Gemeindeversammlung zu diesen zwei Geschäften, wenn alle Möglichkeiten mit den Kostenfolgen geklärt sind.»

Für den Gemeinderat nicht ganz nachvollziehbar ist der Zeitpunkt, in dem die Diskussion in der Öffentlichkeit aufgekommen ist. Gelegenheit dazu hätte es früher schon gegeben, und zwar mehrfach: an der Sommergmeind und später an den Informationsveranstaltungen zum Schulhausprojekt und zu den Strassensanierungen.