Kaum eine Aargauer Feuerwehr ist im Internet so gesprächig wie jene der Region Lenzburg. Rücken die Einsatzkräfte aus, steht dies sofort im Internet.

Die Regio Feuerwehr Lenzburg verschickt nämlich seit April 2012 die Alarmierungs-Meldung für die eigene Mannschaft auch über den Online-Nachrichtendienst Twitter. Die Öffentlichkeit erfährt damit noch vor Eintreffen der Feuerwehr, wo es brennt.

Diese Nachricht verschickte die Feuerwehr am Mittwoch über Twitter. Bild: Pascal Meier

Alarm Nr. 71666:

Diese Nachricht verschickte die Feuerwehr am Mittwoch über Twitter. Bild: Pascal Meier

Nachdem die az gestern über die twitternde Feuerwehr berichtet hatte, ist in Lenzburg Feuer im Dach. «Weder ich noch die Feuerwehrkommission wurden darüber informiert», sagt Franziska Möhl-Wey. Die unter anderem auch für die Feuerwehr zuständige Stadträtin ist über die Info-Dienst wenig erfreut. «Die Feuerwehr hat die Pflicht, Schaden zu begrenzen und nicht die Öffentlichkeit über Twitter zu informieren.»

Kommandant zieht Reissleine

Dieser Meinung ist auch Feuerwehrkommandant Roger Strebel, der am Freitagnachmittag die Notbremse gezogen hat: «Der Dienst wird sofort eingestellt, solche sensiblen Daten gehören nicht ins Internet.» Die Twitter-Nachrichten habe ein Angehöriger der Feuerwehr verschickt. «Das Kommando wusste nichts davon.»

Was das Aargauische Versicherungsamt als Aufsichtsbehörde der Feuerwehren über den Fall sagt, lesen Sie in der Regionalausgabe Aarau/Lenzburg der Aargauer Zeitung vom Samstag, 6. Oktober.