Lenzburg
Komitee sammelt Unterschriften gegen den Ausbau der Wilstrasse

Durch das Naherholungsgebiet Wil in Lenzburg soll nicht mehr Verkehr rollen. Ein Referendumskomitee kämpft deshalb gegen den Ausbau der Wilstrasse. Die Unterschriftensammlung läuft.

Fritz Thut
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Stefan Zantop, Beat Hiller, Marianne Tribaldos und Daniel Fischer als Referendumsinitianten zwischen Bäumen, die weichen müssten. tf

Stefan Zantop, Beat Hiller, Marianne Tribaldos und Daniel Fischer als Referendumsinitianten zwischen Bäumen, die weichen müssten. tf

«Sanierung Wilstrasse: so nicht. Wir wollen das Naherholungsgebiet Wil erhalten.» Mit diesen Hauptaussagen tritt ein Quartett gegen einen Entscheid an der jüngsten Sitzung des Lenzburger Einwohnerrats an.

Mit 26 von 37 Stimmen war am 23. Juni ein Kredit von 412'000 Franken für den Ausbau der Wilstrasse im Gebiet Wald beschlossen worden. Die Wilstrasse durchquert das südliche Lenzburger Naherholungsgebiet Wil und dient in der Regel der Land- und Waldwirtschaft.

Gemäss stadträtlicher Vorlage wird sie von etwa 500 Motorfahrzeugen täglich befahren. Mit der Sanierung des Deckbelags ist eine Verbreiterung vorgesehen. In der Vorlage ist eine Planzeichnung mit dem Lichtraumprofil von zwei sich kreuzenden Lastwagen abgebildet.

Unterschriftensammlung läuft

Gegen diese Verbreiterung, für die auch Bäume gefällt werden müssten, wehrt sich nun ein Referendumskomitee mit Marianne Tribaldos (CVP), Stefan Zantop (Grüne), Beat Hiller und Daniel Fischer (beide Grünliberale).

An Ort und Stelle informierte am Samstag das Quartett, das bis zum Ablauf der Referendumsfrist am 2. August 513 Unterschriften beibringen muss. Man hat in der Zwischenzeit bereits im Internet eine Homepage mit dem Titel www.referendumwilstrasse.ch hochschalten lassen. Hier soll auch über den Zwischenstand der Unterschriftensammlung informiert werden.

«Führt zu Mehrverkehr»

Gegen eine reine Sanierung der Strasse habe man nichts einzuwenden, hielt etwa Daniel Fischer fest, doch mit dem vorgelegten Projekt erreiche man «eine gleichzeitige Attraktivitätssteigerung». Und dies wolle man nicht. «Diese neue Parallelachse führt zu Mehrverkehr in einem bisher verschonten Gebiet», ist Stefan Zantop überzeugt.

Und genau in diesem bisher idyllischen Gebiet wolle man nicht mehr Autos. «Hier kreuzen sich drei kantonale Wanderwege und ein Veloweg», unterstreicht Marianne Tribaldos den Nutzen des Naherholungsgebietes Wil.

Mit dem durch den Ausbau vergrösserten Schleichverkehr auf der «neuen Verbindungsachse nach Seon» werden, so zeigten sich die Referendumsinitianten überzeugt, neue Engpässe und Probleme in Wohnquartieren produziert.

Schonende, nachhaltige Variante

Zuerst will man nun erreichen, dass das Stimmvolk an der Urne über den Ausbau abstimmen kann. Mit einem Erfolg in der Abstimmung will man dem Stadtrat eine Chance geben, «eine Variante vorzulegen, die schonend und nachhaltig ist».

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