Lenzburg

Knoten Neuhof ist einen Schritt weiter

Projekt A1-Autobahnzubringer beim Knoten Neuhof mit Tunnel Richtung Bünztal.

Projekt A1-Autobahnzubringer beim Knoten Neuhof mit Tunnel Richtung Bünztal.

Der Regierungsrat entscheidet diesen Herbst über den Ausbau des A1-Autobahnzubringers.

«In ‹Aarau› steht jemand auf dem Schlauch. Das möchte ich ändern.» Martin Steinmann, der für das Bauressort zuständige Lenzburger Stadtrat, ereiferte sich diese Woche an einer FDP-Grossratswahlveranstaltung über die Verschleppung des grössten Projektes der Stadtgeschichte, den Ausbau des A1-Autobahnzubringers mit dem Ausbau des Knotens Neuhof.

Nun gibt es einen Lichtblick. Am Freitag hat der Regierungsrat seine Antwort auf eine Interpellation der Lenzburger GLP-Grossrätin Barbara Portmann-Müller veröffentlicht und darin angedeutet, dass das Warten auf das grüne Licht für den Bau bald ein Ende haben könnte: «Der Regierungsrat wird voraussichtlich im Herbst 2016 über die Einwendungen und die Projektgenehmigung entscheiden.»

Behebung des Nadelöhrs

Vor dreieinhalb Jahren hat das Aargauer Volk in einer Referendumsabstimmung den Kredit von 72,5 Millionen Franken deutlich, mit 114 000 zu 41 000 Stimmen angenommen. Ziel ist es, die Zu- und Wegfahrt zur Autobahn A1 zu verbessern und dadurch die Stadt Lenzburg und das Bünztal besser an die Nationalstrasse anzubinden.

Dies soll erreicht werden, indem die Leistungsfähigkeit des Knotens Neuhof bei der Berufsschule durch Entflechtung der Verkehrsströme erhöht werden. Der Verkehr aus dem Freiamt soll kreuzungsfrei, via einen Tunnel, auf den eigentlichen Zubringer geführt werden. Dieses Teilbauwerk erklärt auch zu einem Grossteil die exorbitanten Kosten.

Zum Gesamtprojekt gehören weitere Elemente wie etwa der Bau der Spange Hornerfeld und der Ausbau des künftig ebenfalls kreuzungsfreien Knotens Lindfeld. So erhält man einen gigantischen Kreisel mit einer ausgewachsenen Konfitürenfabrik als Kreiselschmuck.

Zehn Einwendungen

Im Sommer 2014 lagen die Baupläne öffentlich auf. Viele der zehn eingereichten Einwendungen sind noch hängig. Viele Stellungnahmen wurden ausformuliert und herumgeschickt, doch nun soll der Regierungsrat mit einem Entscheid der Warterei ein Ende bereiten.

Die nun vorliegende Interpellationsantwort auf den sieben Punkte umfassenden Fragenkatalog von Barbara Portmann, lässt erahnen, dass verschiedene Randgefechte für die Gegner wohl verloren gehen werden. Die von der Interpellantin suggerierten «zu erwartenden negativen Folgen» der Verlegung einer Buslinie verneint der Regierungsrat schlichtweg: «Durch die Führung der Buslinie 393 durch die Othmarsingerstrasse entstehen gewichtige Vorteile.»

Der von örtlichen GLP-Exponenten stets kritisch begleitete Planungsverlauf scheint nun zu einem Ende zu kommen. Der letzte Anlauf zur Bodigung des Vorhabens mit der Anregung auf Feld 1 zurückzukehren und angesichts des «zweifelhaften Nutzens» eine «Neuauflage der Variantenwahl» zu starten, scheint zu scheitern. Mit dem mehrfachen Verweis auf die Koordination mit dem Verkehrsmanagement Lenzburg hält der Regierungsrat zusammenfassend fest: «Der Verkehrszustand im Projektperimeter kann massiv verbessert werden. Der Nutzen des Projekts ist sichergestellt.»

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