Die ersten Patienten waren schon da: Die Klinik mit einer vom Kanton erteilten «Betriebsbewilligung als Spital» ist eröffnet. Vorerst die Dermatologie, ab Ende September auch die Plastische Chirurgie. Mit der rund 3,5 Millionen Franken teuren Expansion nach Lenzburg verdoppelt sich Skinmed, das Aarauer Unternehmen von Doktor und AZ-Kolumnist Felix Bertram (43). «Ende Jahr werden wir insgesamt etwa 40 Personen beschäftigen», erklärt Bertram. Er ist überzeugt, dass es eine genügend grosse Nachfrage geben wird: Im Bereich Dermatologie müssen die Patienten heute in vielen Praxen teilweise monatelang auf einen Termin warten, seine Klinik in Lenzburg soll diesem Umstand entgegenwirken. Und bei der Plastischen Chirurgie hofft Bertram, dass der gute Standort mithelfen wird: «Wir sind preislich attraktiver als Zürich – und anonymer.»

Drei Dermatologie-Ärzte

Skinmed Lenzburg befindet sich im 11-geschossigen Hochhaus des «Im Lenz»-Quartiers unmittelbar beim Bahnhof. Chefarzt ist der in Dortmund aufgewachsene Alexander Just (41), der seit bald zehn Jahren in der Schweiz ist. Von 2010 bis 2018 arbeitete er bei Pallas in Olten, zuletzt als Leitender Arzt. Ihm zur Seite steht eine zweite Dermatologin, Lena Hampel (40) aus Wien. Ein dritter Dermatologe kommt im Oktober dazu. «Wir machen neben klassischer Dermatologie auch Allergologie», erklärt Just. Also beispielsweise die Behandlung von Handekzemen. Das Skinmed-Team betreibt auch Dermatochirurgie. Dank eines Speziallabors, das für das kommende Jahr in der Klinik vorgesehen ist, können innerhalb eines Tages hauchdünne Schnellschnitt-Testproben analysiert werden.

Moderner Bodyscanner

Skinmed Lenzburg befindet sich in den ersten drei Etagen des Hochhauses. Im Erdgeschoss befindet sich neben dem Empfang die Dermatologie. Der Bereich, in dem Skinmed vor allem Kassenpatienten behandelt. Er verfügt über Behandlungszimmer, zwei kleinere Operationsräume, ein therapeutisches UV-Zimmer. Zudem ist der Bereich mit einer «Bodyscan»-Anlage ausgerüstet, von denen es in der Schweiz erst ein halbes Dutzend gibt. Dieses System tastet den Körper ab, registriert Muttermale und ist in der Lage, bei einem zweiten Besuch Veränderungen festzustellen (mit einer Genauigkeit von 96 Prozent). Ist also ein Instrument, dass auch bei der Vorsorge eingesetzt werden kann.

Das zweite Geschoss von Skinmed Lenzburg ist die Administrationsetage. Inklusive eines Schulungsraums mit 15 Plätzen. Skinmed hat einen Kooperationsvertrag mit der Universität Zürich und wird ab kommendem Jahr jeweils zwei Assistenzärzte (Dermatologie) beschäftigen. Diese bekommen eine Weiterbildung zum Facharzt für Dermatologie.

Hotelkomfort in «Belle-Etage»

Das dritte Geschoss ist das, was Felix Bertram als «Belle-Etage» bezeichnet – die Schönheits-Etage. Hier ist die Klinik wirklich fast ein Hotel. Hier werden im Bereich der plastischen Chirurgie fast ausschliesslich Selbstzahler behandelt. Sie werden für Brustvergrösserungen, Faceliftings, Nasenkorrekturen, Augenlider-Straffungen oder Liposuction (Fettabsaugen) kommen. Skinmed verfügt in der dritten Etage über zwei Operationssäle, in denen – von den technischen Voraussetzungen her – Herzoperationen durchgeführt werden könnten. Alleine die antibakterielle Lüftungsanlage kostete 350 000 Franken. Es gibt zwei Plätze im Aufwachraum und vier Patientenzimmer (sehr schicke Einzelzimmer). Nachts wird in der Klinik immer mindestens eine Betreuungsperson vor Ort anwesend sein. Im Bereich plastische und ästhetische Chirurgie werden vorerst Sascha Dunst (50) und Dietmar Löffler (61) tätig sein. Beide sind auch weiterhin – wenn auch reduziert – bei Skinmed Aarau aktiv. Mit einem dritten Arzt steht die Klinik kurz vor Vertragsabschluss.