Seengen

Kleine Baustelle, grosser Umweg

Wegen dieser Baustelle ist die direkte Verbindung von Seengen nach Egliswil gesperrt.

Wegen dieser Baustelle ist die direkte Verbindung von Seengen nach Egliswil gesperrt.

Der Kanton Aargau baut in Seengen ein Trottoir. Das hat grosse Konsequenzen für die Autofahrer.

Die Seetaler Autofahrer brauchen zurzeit viel Geduld, um auf die Autobahn A1 zu gelangen. Da die Kantonsstrasse durch Schafisheim saniert wird, ist die Strasse von Seon nach Schafisheim bis November gesperrt. Um die Autobahnzufahrt bei Hunzenschwil zu erreichen, müssen die Pendler einen Umweg via Lenzburg in Kauf nehmen. Auch der Zugang zum A1-Zubringer im Bezirkshauptort ist erschwert: Bei der Neuhof-Kreuzung wird auf engstem Raum ein 362 Meter langer Tunnel gebaut.

Und als ob das nicht genug wäre, ist jetzt auch die direkte Verbindung von Seengen nach Egliswil gesperrt. Wer also aus dem östlichen Teil des Seetals über Seengen, Ammerswil und Lenzburg auf die Autobahn fahren möchte, muss fast eine Viertelstunde mehr einrechen. Der Weg führt gegenwärtig via Boniswil und Seon.

Kürzere Umfahrung nicht möglich

Der Grund für die weiträumige Umfahrung: Der Kanton baut in Seengen entlang der Egliswilerstrasse ein 170 Meter langes Trottoir und eine Mittelinsel auf der Höhe des neuen Mehrfamilienhauses beim Hotel «Bären». Der Projektierungskredit für das gesamte Vorhaben beträgt 780'000 Franken. Damit wird die Lücke zwischen der Bushaltestelle «Feldgarage» und dem «Bären» geschlossen. Bisher mussten die Fussgänger die Strassenseite wechseln, um sicher ins Dorfzentrum zu gelangen. Aufgrund der neuen Überbauungen entlang der Egliswilerstrasse und dem neuen Baugebiet an der Hinterdorfstrasse wird mit mehr Schülern und Fussgängern im Allgemeinen gerechnet. Bereits 2017 wurde bei der Sanierung des «Bären» ein Laubengang für die Fussgänger erstellt.

Als die Arbeiten Anfang April begannen, war die Strecke nach Egliswil noch offen. Der Verkehr wurde einspurig im Gegenverkehr an der Baustelle vorbeigeführt. Seit Kurzem ist die Strasse nach Egliswil jedoch gesperrt. Nur der Bus darf noch direkt nach Egliswil fahren. Für den Gegenverkehr ist die Strasse offen, er muss aber teilweise beim Rotlicht warten, um dem Bus den Vortritt zu lassen. Projektleiter Josef Korbonits von der kantonalen Abteilung Tiefbau/Realisierung erklärt die Gründe für das Einbahn-Regime: «Der Stauraum zwischen der Baustelle und der Kreuzung ‹Bären› ist zu klein.» Mit der einseitigen Sperrung der Strasse werde verhindert, dass der Rückstau die Kreuzung verstopfe. Die Konsequenz: Die Pendler werden via Boniswil und Seon umgeleitet. «Eine kürzere Umfahrung über die Schwerzistrasse in Seengen wurde zwar diskutiert, aber schnell wieder verworfen», sagt Korbonits. «Denn es handelt sich dabei um eine Quartierstrasse, auf der ausserdem viele Schüler unterwegs sind.» Die Belastung durch den zusätzlichen Verkehr hätte das Quartier zu stark belastet und wäre für die Schüler ein Sicherheitsrisiko gewesen.

Ab Ende Juni dürfen die Pendler wieder aufatmen. Denn bis dann öffnet der Kanton die Verbindung Seengen–Egliswil wieder.

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