Lenzburg

Klare Worte an der 1.-August-Feier auf Schloss Lenzburg

Mehrere hundert Lenzburger haben am Morgen an der Bundesfeier mit ökumenischem Gottesdienst auf Schloss Lenzburg teilgenommen. In seiner Ansprache zeichnete Stadtammann Hans Huber ein positives Bild der Schweiz – und sprach Klartext.

«Was soll ich über Unabhängigkeit, Freiheit und Demokratie sprechen, wenn wir das schon alles haben», fragte Hans Huber und blickte in das eher ältere Publikum, das wie in einem Feldgottesdienst auf Holzstühlen sass.

«Seien wir mal ganz ehrlich: Uns geht es doch gut.». Die Schweizer würden allzu oft auf hohem Niveau jammern, und dies zu Unrecht.

Für eine Unabhängigkeit mit Kompromissen

Mit dieser positiven Einstellung ging Huber dann doch auf die Schlagwörter Unabhängigkeit, Freiheit und Demokratie ein, denn diese gelte es zu bewahren und zu verteidigen. «Alle, die in der Schweiz leben, arbeiten, Asyl suchen oder Flüchtlinge sind, haben sich an unsere Gesetze und Regeln zu halten», forderte Huber. Wer dies nicht könne oder wolle, habe hier keinen Platz verdient.

Der Stadtammann bediente sich damit nicht inhaltlosen Floskeln, wie diese oft in 1-August-Reden zu hören sind, sondern nannte jene Dinge beim Namen, die den Bürgern unter den Fingernägeln brennen. «Wir sind in einer vernetzten Welt nicht mehr unabhängig.» Als Staat habe die Schweiz aber dank ihrer Neutralität die Unabhängigkeit bewahren können. «Es lohnt sich weiter für diese einzutreten, auch wenn wir manchmal zu Kompromissen gezwungen sind.»

Nach der Ansprache stimmte das Saxophon-Ensemble der Stadtmusik den Schweizer Psalm an und Singblätter raschelten in den Zuschauerrängen. Als Abschluss der Bundesfeier offerierte die Ortsbürgergemeinde einen Grill-Imbiss.

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