Rupperswil
Kläranlage abreissen statt aufrüsten – Dreckwasser wird weitergeleitet

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Lotten, an der die Gemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim angeschlossen sind, passt dem Kanton nicht mehr ins Konzept und wird abgerissen.

Fritz Thut
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Die im Jahre 1977 in Betrieb genommene Abwasserreinigungsanlage Lotten in Rupperswil soll abgerissen werden. Emanuel Freudiger

Die im Jahre 1977 in Betrieb genommene Abwasserreinigungsanlage Lotten in Rupperswil soll abgerissen werden. Emanuel Freudiger

Offiziell heisst dies Rückbau und betrifft die vor 37 Jahren in Betrieb genommene Anlage. Gemäss Ansicht der Verantwortlichen des Kantons sind grössere ARA energetisch und personell effizienter. Mit der gegenwärtig geforderten Verbesserung der Reinigungsleistung (künftig soll auch die Entfernung von Mikroverunreinigungen möglich sein), lässt sich die angestrebte Reduktion der Anlagen im Kanton um rund einen Drittel gut kombinieren.

Auch Franz Bitterli als Präsident des Abwasserverbandes (AV) Lotten hat vom Kanton eine Verfügungsandrohung erhalten: Und so machte sich der AV mehr widerwillig als begeistert ans Werk, den Rückbau der ARA Lotten zu planen.

Aktuell liegt der «Technische Bericht» vor, der im Detail festhält, wie die Eliminierung der Kläranlage realisiert werden soll und wie stattdessen die Abwässer der drei Lotten-Gemeinden über eine gut eineinhalb Kilometer lange Druckleitung mit einem Durchmesser von 29 Zentimetern nach Wildegg in die ARA Langmatt geleistet werden sollen.

Gleich teuer wie eine Aufrüstung

Die relative Nähe zur Nachbar-ARA und die einfache Topografie der Aare entlang gab den Ausschlag, weshalb man Lotten jetzt schon aufgibt. In der ARA Langmatt werden bisher Abwässer aus 13 Gemeinden der Region Lenzburg und des Schenkenbergertals geklärt. Gemäss Betriebsleiter Markus Blättler ist mit dem Lotten-Abwasser die ARA Langmatt «nicht ausgereizt»: «Die Kapazität würde nach heutigem Ermessen ausreichen, um auch die ARA Hallwilersee anzuschliessen.»

Dies ist jedoch Zukunftsmusik. Zuerst müssen die Stimmbürger der Lotten-Gemeinden grünes Licht für den Rückbau ihrer ARA geben. An den Sommergemeindeversammlungen werden entsprechende Kreditanträge zu behandeln sein. Ein Ja zu den Kosten von rund 4 Millionen Franken fällt sicher leichter, wenn man weiss, dass für eine nötige Aufrüstung Investitionen in der gleichen Höhe angefallen wären.

Der Baubeginn für Verbindungsleitung und Pumpwerk ist diesen Herbst vorgesehen; der Rückbau der Anlage selbst beginnt ein Jahr später.

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