Auf der einen Seite an einer Hauptstrasse angeschlossen, auf der anderen an einem Hügel gelegen, ist die Kita Holderkids im ehemaligen Holderbanker Pfarrhaus in einem idealen Umfeld. Am verschneiten Hügel sind die Schlittelspuren noch zu sehen. Schon der hölzerne Eingangsbereich der Kita strahlt eine Willkommenswärme aus. Kinder rennen den Besuchern entgegen. «Wer bist du?», fragen sie neugierig und verschwinden dann wieder im Haus.

Initiiert von der ehemaligen Holcim, wurde die Tagesstätte vor acht Jahren vom damaligen Arbeitgeberverein (heute thkt familienservice GmbH) eröffnet. Als Hauptpartner subventioniert der in der Zwischenzeit zur französisch-schweizerischen Lafarge-Holcim fusionierte Zement-Konzern einen Teil der Kosten für die Kinderbetreuung seiner Mitarbeitenden.

Eine Zeit lang war die Tagesstätte mit
18 Plätzen vollständig ausgelastet. Das ist jetzt wieder anders. Die Kita hat wieder freie Kapazitäten. Die Fusion kostete Stellen im Unternehmen, Budgets wurden gekürzt. Auch jenes der Kita. Hingegen wurden die offiziellen Tagespreise der Kita von 130 auf 110 Franken gesenkt und «Holderkids» vermehrt externen Kindern zugänglich gemacht.

Malatelier im Badezimmer

Mit viel Kreativität ist die Liegenschaft in eine Kindertagesstätte umgebaut worden: Mit einigen Handgriffen wurde aus einem Badezimmer ein Malatelier. Das wandbreite Duschabteil ist heute eine Malkulisse, wo sich die Kinder im Stehen mit Pinsel und Farbe austoben können. In einer andern Nasszelle dürfen die Kinder mit Wasser «experimentieren». Die Kita ist nach dem infans-Konzept der Frühpädagogik aufgebaut. Jeder Bildungsbereich hat einen eigenen Raum. Für Bewegung, Musik oder Mathematik gibt es das passende Umfeld. «Die Stärken und Interessen jedes Kindes werden beobachtet und dokumentiert. So können wir die Kinder individuell fördern», sagt Krippenleiterin Monica Moser, die seit der Gründung viel Herzblut in die Kita steckt. Fotodokumentationen an den Zimmerwänden geben ebenfalls Infos zum Konzept. Das Haus wurde kindersicher gemacht. Das Waschbecken und das WC wurden auf Kinderhöhe heruntergesetzt, die Treppen mit Abtrennungen gesichert. «Das Haus ist ideal, und unser Konzept liess
sich hier perfekt umsetzen», sagt Monica Moser.

In Aarau wohl ausgebucht

Die Krippenleiterin verweist auf das Qualitätslabel QualiKita, das die Kita Holderkids als eine der besten Kindertagesstätten im Kanton Aargau zertifiziert. «Wäre unser Haus in Aarau stationiert, wären wir wohl schnell ausgebucht», ist Moser überzeugt. Trotz des abgelegenen Standorts glaubt die Leiterin unerschütterlich an das Weiterbestehen «ihrer» Krippe.