Staufen
Kita-Eltern bündeln ihre Interessen in einem Beirat

Eltern, die ihre Kinder in der Kindertagesstätte Villa Kunterbunt in Staufen betreuen lassen, haben einen Elternbeirat gegründet – und nehmen damit eine Vorreiterrolle ein. In der Region ist kein vergleichbares Modell bekannt.

Ruth Steiner
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Im Garten in der «Villa Kunterbunt»in Staufen können Kinder klettern, balancieren und turnen.

Im Garten in der «Villa Kunterbunt»in Staufen können Kinder klettern, balancieren und turnen.

zVg

Haben die Vorkommnisse in der Rudolf-Steiner-Schule Schafisheim, die Eltern dazu bewogen, in der Kindertagesstätte «Villa Kunterbunt» einen Elternbeirat ins Leben zu rufen? Wollen sie mitreden, wenn es um wichtige Entscheide geht? Markus Konz winkt ab. Man wolle keinen Einfluss auf das pädagogische Konzept nehmen.

Modell in Deutschland gängige Praxis

Konz ist Mitglied des kürzlich gegründeten Ausschusses. Sein Sohn geht in die «Villa Kunterbunt». Die Kinder kennen einander, die Eltern nicht alle.

Das Bedürfnis, sich besser zu vernetzen, sei an einem Elternabend geäussert worden. Daraus entstand schlussendlich die Idee des Elternbeirats. «Wir sehen uns als Bindeglied zwischen Eltern und Kita.»

Derartige Gremien seien in Deutschland, wo Markus Konz herkommt, Pflicht. In der Region hier hat dieses Modell jedoch Pioniercharakter. Keine der angefragten Kinderbetreuungsstellen führt einen Elternbeirat oder beabsichtigt in naher Zukunft einen einzuführen.

«Solange alles rund läuft, sind die Eltern froh für alles, was ihnen abgenommen wird», sagt Krippenleiterin Barbara Bürgin von der Kinderkrippe Purzelhuus in Lenzburg.

Eine aktive Programmgestaltung findet auch in der Kita Seon nicht statt. «Wir laden die Eltern zu gemeinsamen Aktivitäten wie Sommerfest oder Räbeliechtliumzug ein», sagt Leiterin Sonja Forster.

Ein regelmässiger Kontakt bestehe via den halbjährlichen Qualitätsfragebogen an die Eltern. In der monatlich angesetzten Sprechstunde können die Eltern anstehende Probleme der Kinder in der Schule oder Zuhause besprechen.

Plattform zum Austausch unter den Eltern

Der «Villa Kunterbunt»-Elternbeirat hat erste Plattformen geschaffen, wo sich die Eltern künftig austauschen können: Einen Sonntagsbrunch, ein Muttertagsbasteln für Väter und Kinder, ein Sommerfest und der Besuch eines Workshops am Gauklerfestival in Lenzburg.

Dabei soll der Aktivitätenbogen nicht überspannt werden. «Eltern, die ihre Kinder in die Kita geben, arbeiten normalerweise, da sollen sie nicht noch übermässig belastet werden», erklärt Markus Konz.

Der Elternbeirat in Staufen hat sich keinen formalen Rahmen gegeben. «Wir wollen vorerst schauen, wie sich das Modell in der Praxis entwickelt», so Konz.