Schafisheim
Kisten soweit das Auge reicht: Coop-Komplex füllt 480 Bundesordner

Das grösste Bauprojekt in der Region Lenzburg tritt in die entscheidende Phase: Nach über einem Jahr Planung reicht Coop in den nächsten Tagen das Baugesuch für den Ausbau des Verteilzentrums Schafisheim mit über 1600 Arbeitsplätzen ein.

Pascal Meier
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Blick aus Nordwesten auf das Coop-Bauprojekt: Bestehendes Verteilzentrum mit Anbau (A), Neubau Produktion (B), Biomassenzentrale (C), Lastwagen-Tankstelle (D) und Werkstatt für LKW. (E)
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Coop-Verteilzentrum Schafisheim füllt 480 Bundesordner
Kistenweise Unterlagen zum Coop-Neubau: Gute Laune auf der Bauverwaltung Schafisheim.

Blick aus Nordwesten auf das Coop-Bauprojekt: Bestehendes Verteilzentrum mit Anbau (A), Neubau Produktion (B), Biomassenzentrale (C), Lastwagen-Tankstelle (D) und Werkstatt für LKW. (E)

ZVG

Gemeinsam gegen Verkehrskollaps

Schafisheim, Lenzburg, Hunzenschwil und Rupperswil sowie Kanton, Bund und Coop haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Verkehrsprobleme gemeinsam zu lösen. Coop hat dazu den Kapazitätsnachweis überarbeitet, Lenzburg, Hunzenschwil und Rupperswil dafür ihre Einwendungen zurückgezogen. Bund, Kanton und Regionalplanungsverband entwickeln bis 2014 eine Netzstrategie für die Region. Weiter hat der Kanton die Projektierung der Knoten «Jumbo», «Schoren» und «In den Schoren/Hauptstrasse» gestartet. Coop beteiligt sich mit 1 Million Franken an der Realisierung. Zudem wollen Bund und Kanton die Autobahnanschlüsse A1 und T5 mit Sofortmassnahmen verbessern. Coop zahlt an diese provisorische Verkehrsführung 200000 Franken. Weiter sollen die Einmündung Länzert in die Rupperswilerstrasse verbessert und Lücken im Radrouten-Netz geschlossen werden. (pi)

Damit legt Coop seine Vertriebsregionen Zentralschweiz-Zürich und Nordwestschweiz in Schafisheim zusammen und konzentriert gleichzeitig die Tiefkühl-Logistik im Aargau. Weiter entsteht in Schafisheim eine Grossbäckerei. Pläne, Berichte und Formulare des Projekts füllen über 480 Bundesordner, die sich bei Kanton und Gemeinde stapeln. Ein Aktenberg erster Güte - oder wie es der Schafisheimer Gemeindammmann Adolf Egli jüngst auf den Punkt brachte: «Etwas derart Grosses realisiert man nur einmal im Leben.»

1800 LKW-Fahrten am Tag

Ein grosses Projekt birgt aber auch grosse Herausforderungen. Knacknuss ist und bleibt der Verkehr, denn bereits heute sind Aarauerstrasse und der Autobahnzubringer übermässig belastet oder teils überlastet.

Kistenweise Unterlagen zum Coop-Neubau: Gute Laune auf der Bauverwaltung Schafisheim.

Kistenweise Unterlagen zum Coop-Neubau: Gute Laune auf der Bauverwaltung Schafisheim.

Zur Verfügung gestellt

Diese Problematik ist einer der Gründe, warum Coop wenige Tage vor Eingabe des Baugesuches sämtliche Vertreter der umliegenden Gemeinden sowie von Bund, Kanton und Regionalplanungsverband über den Stand des Projektes orientiert hat. «Wir wollen Sie informieren, damit Sie in ihrem Umfeld argumentieren können», sagte Leo Ebneter, Leiter Direktion Logistik von Coop, vor knapp 60 Anwesenden in der Mehrzweckhalle Schafisheim.

Ebneter sprach Klartext: «Schafisheim wird mehr Lastwagen bekommen, das schleckt keine Geiss weg.» Mit 1800 Lastwagenfahrten pro Tag rechnen die Planer. Hinzu kommen an die 4000 Fahrten mit Personenwagen, vor allem von Angestellten. Für diese baut Coop eine Tiefgarage mit 1300 Parkplätzen.

Coop-Verteilzentrum Schafisheim füllt 480 Bundesordner

Coop-Verteilzentrum Schafisheim füllt 480 Bundesordner

Zur Verfügung gestellt

Die zusätzliche Verkehrsbelastung durch das Personal soll mit Schichtwechseln ausserhalb der Stosszeit abgefedert werden. Geplant ist auch eine Bus-Haltestelle mit Verbindungen im Halbstundentakt nach Aarau, Basel und Zürich.

Neue Geleise

Um einen Kollaps zu verhindern, ziehen alle Beteiligten an einem Strick und haben eine Vereinbarung unterzeichnet. Zudem will Coop alle Fahrten über 90 Kilometer konsequent über die Schiene abwickeln. Dazu werden in Schafisheim neue Geleise verlegt. «Die Region muss mehr Lastwagen verkraften, in der ganzen Schweiz werden es aber weniger», fasst Leo Ebneter die Strategie zusammen. «Damit sparen wir CO2 und Geld.»

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