Von nichts kommt nichts. Der Aufwand, den der Leutwiler Landwirt Max Stenz für seine Kirschenanlage betreibt, ist enorm. Doch das Ergebnis lässt sich sehen – speziell in diesem Jahr: An dicht behangenen Ästen reifen grosse, knackige Tafelkirschen in bester Qualität, genauso wie sie die Kundschaft wünscht und in diesen Wochen im Laden findet.

Mit seiner zweigeteilten abgedeckten Anlage, wo unter Blachen die Kirschen vor Hagel, Regen und zu viel Sonne geschützt heranwachsen, hat Stenz in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2008 den «Kirschen-Qualitätswettbewerb» des Verbandes Aargauer Obstproduzenten (VAOP) gewonnen.

«Die Auszeichnung ist mir fast ein wenig peinlich, doch ich habe die Experten nicht bestochen», sagte Stenz zur Begrüssung der Rangverkündigung auf seinem Hof.

Angesichts der Tatsache, dass der Wettbewerbssieger auch Präsident des organisierenden Verbandes ist, könnte man Schiebung vermuten, doch der VAOP ist nicht die Fifa: Der Feldhof von Max Stenz ist ein Vorzeigebetrieb und die wiederholt ausgezeichnete Tafelkirschenkultur ist ein Muster für die aufwendigen Anlagen, wie sie der Verband seit Jahren propagiert.

Maximum von 60 Punkten erreicht

Die unabhängigen Experten, die diesmal 20 angemeldete Betriebe im ganzen Aargau zu beurteilen hatten, waren voll des Lobes über die Qualität aller Anlagen, speziell natürlich jene des Siegers, die diesmal mit dem Maximum von 60 Punkten ausgezeichnet wurde.

Neben Grösse und Anzahl der Früchte werden etwa die Konzeption der Gesamtanlage, die Bodenpflege, der Wuchs, die Blätter, der Behang und allfällige Krankheiten bewertet. «Max Stenz ist hier an der Spitze angelangt», hielt Experte René Meier (Metzerlen SO) fest.

Dass 2014 ein speziell gutes Kirschenjahr ist, zeigte sich beim Qualitätswettbewerb. Experte Franz Freiermuth (Wölflinswil) verkündete, dass 18 der 20 Betriebe mit einer Goldmedaille ausgezeichnet werden konnten, also 59,25 Punkte oder mehr erreichten.

Die Kirschen profitierten vom guten Wetter im Frühling. Zur Blütezeit im April waren diesmal auffallend viele Hummeln aktiv. «Der Ertrag ist fantastisch», freute sich Stenz im Kreis seiner ebenfalls ausgezeichneten Kollegen, die ihm beipflichteten.