Zwanzig kleine Schaufeln stehen neben dem Baufeld an der Herrengasse. Die Ehre für den ersten Spatenstich kommt denjenigen zuteil, die im August im neuen Kindergarten einziehen dürfen. Eifrig packen die Kindergärtler die Schaufeln und stechen drauflos. «Sie meinen, dass sie heute den Kindergarten bauen», sagt die Niederlenzer Schulleiterin Jeannette Egli.

Gemeindeammann Jürg Link freut sich über den Projektstart. «Eigentlich hätte der Spatenstich schon letzte Woche stattfinden sollen», sagt er. Doch als Chef des Regionalen Führungsorgans habe er einen Anlass bei diesem Wind nicht verantworten können. Der verschobene Spatenstich ist die kleinste Hürde, mit der das Kindergartenprojekt zu kämpfen hatte. Der 3-fach-Kindergarten an der Herrengasse hätte eigentlich um sechs kleine Mietwohnungen aufgestockt werden sollen. Die Mietzinseinnahmen hätten der Gemeinde helfen sollen, die hohe Investition für den Kindergarten zu stemmen.

An der Sommergmeind 2015 bewilligte der Souverän das Projekt. Doch der Kindergarten wird einstöckig bleiben. Mehrere Einsprachen und eine Beschwerde beim Kanton, die nicht bereinigt werden konnte, haben den Gemeinderat dazu bewogen, auf einen Rechtsstreit zu verzichten und einen Schritt zurück zum ursprünglichen Projekt zu machen. Weil das Projekt unterdessen teurer geworden war, wurde an der Wintergmeind 2017 ein Nachtragskredit von 460'000 Franken traktandiert. Dieser wurde jedoch an den Gemeinderat zurückgewiesen. «Wir sind momentan dabei, den Kredit zu überarbeiten», sagt Link. Er traure dem Projekt mit den Wohnungen nicht nach. «In der Gemeinde muss man vorwärts schauen», sagt er. «Bauen mussten wir so oder so.» Jetzt bleibt der «kleine Fuchs», wie das Projekt heisst, halt einstöckig. Und die Gemeinde muss sich auf dem herkömmlichen Weg um die Finanzierung kümmern.

Vielleicht ist ein Kindergarten ohne Wohnung gar nicht die schlechtere Lösung. Drei Abteilungen à maximal 25 Kinder haben im Neubau Platz. «Den Lärm darf man nicht unterschätzen», sagt eine Kindergärtnerin, die ein Auge auf ihre Schützlinge hält. Diese sind für einmal ganz still und schaufeln angestrengt. Wenn sie nicht mit einem Schinkengipfeli weggelockt würden, hätten sie wohl bald den Aushub geschafft.