So viele Teilnehmer hat Boniswil schon lange nicht mehr an einer Gemeindeversammlung gesehen: 157 Stimmberechtigte fanden sich am Dienstag im frisch sanierten Gemeindesaal ein. Grund war der auf dem Schulgelände geplante Spiel- und Begegnungsplatz.

Deshalb durfte auch eine sechste Klasse dabei sein und die Entscheidungsfindung mitverfolgen. Der Gemeinderat rechnete mit einem schwierigen Abend. Gegner hatten im Vorfeld allerlei Einwände und sogar einen Rückweisungsantrag angekündigt, die Stimmung schien gereizt.

Zu einem Rückweisungsantrag kam es zwar tatsächlich, doch das eher versehentlich. Der Initiant zählt zu den Unterstützern des Spielplatz-Projekts und hatte eigentlich einen Änderungsantrag vorgesehen.

Dieser war sehr umfassend und mit einigen Unwägbarkeiten verbunden. Deshalb beschloss der Gemeinderat, das Anliegen als Rückweisungsantrag zu behandeln, um bei einer Annahme das überarbeitete Projekt später noch einmal vorlegen zu können. So weit kam es dann nicht, der Antrag wurde mit 84 Nein- zu 36 Ja-Stimmen abgelehnt.

Voraus ging eine lange Diskussion über das Für und Wider des Projekts: Auf dem Schulgelände sei der Spielplatz am falschen Ort, ohne Toilette sinnlos, ohne Dauerüberwachung sofort demoliert und überhaupt: Die Natur werde den Platz im Nu zurückerobern, die Gemeinde mit dem Pflanzenschneiden bestimmt überfordert sein.

Dennoch war von einer gehässigen Stimmung im Saal nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Leute waren mehrheitlich gelöst, es wurde regelmässig gelacht. Etwa als ein Herr erklärte: «Von meinen Lehrlingen weiss jeder: In Boniswil gibt es das beste Gras!» Gemeint war: Nachts umherziehende Teenager, die hätten auf dem Platz nichts verloren. Die brächten nur Lärm, Drogen, Sachbeschädigungen.

Ammann Gerald Strub sieht es nicht ganz so eng: «Wir alle waren einmal jung, auch die Teenager brauchen einen Raum.» Er stellt aber auch klar: Kommt es zu Störungen, gebe es mit verstärkten Kontrollen der Regionalpolizei ein bewährtes Mittel zur Lösung solcher Konflikte.

Nicht entkräften konnte der Gemeinderat hingegen das Problem mit dem fehlenden WC. Für Kinder und ihre (Gross-)Eltern ein wichtiger Punkt. «Wir werden uns deshalb noch Gedanken darüber machen, ob wir ein Toi Toi aufstellen können», sagt Gemeinderat Rainer Sommerhalder. Trotzdem war die Sache am Ende des Abends – auch dank zahlreich erschienenen jungen Eltern – so klar, dass gar nicht erst ausgezählt wurde: Pünktlich zum Jugendfest im Sommer bekommt Boniswil wieder einen Begegnungsplatz.