Lenzburg

Kieswerkplanung: Kieswerk-Kooperation keineswegs zementiert

Ortsbürger diskutieren Zukunft des Kieswerks Lenzburg. rpa

Ortsbürger diskutieren Zukunft des Kieswerks Lenzburg. rpa

Die Ortsbürger entscheiden am nächsten Montag über die Kieswerkplanung. An einer Orientierungsversammlung tauchten zahlreiche neue Aspekte auf.

Es gilt das gesprochene Wort. Stadtrat Martin Stücheli präzisierte an der Orientierungsversammlung über die Ortsbürgergemeindeversammlungs-Traktanden vom 10. Dezember Feststellungen in der Vorlage betreffend «Abklärungen und Vorbereitungen für gemeinsame Strukturen für die Kieswerke der Ortsbürgergemeinden Niederlenz und Lenzburg und der Beton Niederlenz-Lenzburg AG», wofür ein Kredit von total 225000 Franken (Anteil Lenzburg 75000 Franken) begehrt wird.

Neue AG geplant

Der sehr schwach besuchten Veranstaltung wurde von der beauftragten Beratungsfirma BDO AG ein Konzept-Vorschlag präsentiert, welcher offenbar bereits überholt ist. Aus verschiedenen Varianten, so Referent Stephan Bolliger, steht nach bisherigen Abklärungen die Gründung einer Aktiengesellschaft im Vordergrund, woran die beiden Ortsbürgergemeinden und die Beton Niederlenz-Lenzburg AG zu je einem Drittel beteiligt sein sollen.

Die neue Firma übernimmt, laut Vorschlag, von den Gründern «sämtliche Geschäfte der Sparten Kies und Beton und betreibt sie unter einer einheitlichen Leitung und einem einheitlichen Marktauftritt». Die Gründer sollen «ihre Anlagen (Kies- und Betonwerke, mobile Sachanlagen) als Sacheinlage in die neue Unternehmung einbringen». Als Gegenwert erhalten sie Aktien und Darlehensforderungen.

Dem ist nun aber offensichtlich nicht so. Wie an der Versammlung festgehalten wurde, will sich die Beton AG nicht einbringen und eigenständig bleiben. Nach wie vor sei sie aber «zur engen Zusammenarbeit bereit», bestätigte Beton-Geschäftsführer Stefan Fehlmann. Dass den Stimmbürgern somit eine unpräzise Ausgangslage vorgelegt wird, begründete Stadtrat Stücheli damit, dass die Vorlage, um rechtzeitig beim Souverän zu sein, schon früh formuliert sein musste. Der Beton-Verwaltungsrat fällte seinen Entscheid aber erst später. Die Niederlenzer Ortsbürger stimmten am 19. November noch ohne Kenntnisnahme der neuen Situation dem angestrebten Firmenkonstrukt zu.

Anpassungen am Konzept

Dass die Form der Kieswerk-Kooperation noch keineswegs zementiert ist, geht zudem auch aus den schriftlichen Unterlagen hervor: «Sollte sich im Verlauf der weiteren Abklärungen und Analysen ergeben, dass eine andere Geschäftsform geeigneter wäre, so könnten auch Anpassungen beim vorliegenden Konzept vorgenommen werden». Dafür sei der Planungskredit ja da. BDO-Bolliger versicherte denn auch, dass das vorgelegte Konzept nur ein mögliches Szenario darstelle. An der Ortsbürgergmeind wird in diesem Sinne denn auch votiert.

Ziel ist, dass die Kieswerke eng kooperieren statt sich konkurrenzieren, Dienstleistungen verbessert und das Angebot (Ausbeutung, Auffüllung) ausgebaut sowie die Personalknappheit abgebaut werden kann. Der härter werdende Markt und strengere Umweltvorschriften bedingen auch schnellere Entscheidungswege. In Projektleitung und Begleitgruppe sind alle Beteiligten dabei. Ein Zwischenbericht wird in den Sommer-Gemeindeversammlungen abgegeben, der definitive Entscheid soll im Herbst 2013 fallen.

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