Das Mitwirkungsverfahren über die Änderung der Materialabbau- und Deponiezone im Gebiet Emmet nördlich von Seon hat am Montag gestartet. Interessierte können ihre Bemerkungen und Vorschläge bis am 8. März schriftlich beim Gemeinderat einreichen.

Die nötigen Unterlagen wie der 19 Seiten umfassende Planungsbericht, die entsprechenden Pläne sowie der Änderungsantrag für die betroffenen Passagen in der kommunalen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) liegen auf der Kanzlei auf.

Um Friktionen mit der gegenwärtig laufenden Seoner BNO-Gesamtrevision zu vermeiden, wurde das Gebiet Emmet ausgekoppelt und separat behandelt. «So wird verhindert, dass sich die beiden Verfahren allenfalls gegenseitig blockieren und unnötig verzögern», wird diese Massnahme begründet.

Nord-Ausbau lohnt sich nicht

Etwa seit dem Jahr 1920 baut die heutige Firma Hauri Kiesgruben und Transport AG im Gebiet Emmet Kies ab. Gemäss dem nun aufliegenden Planungsbericht habe sich gezeigt, dass mit der Umsetzung der rechtsgültigen Bewilligungen und im Rahmen der langfristigen Abbauplanung «die vorhandenen Kiesressourcen nicht vollständig genutzt werden können». Sinnvollerweise soll der weitere Kiesabbau zuerst Richtung Westen statt in Richtung Norden erfolgen, war die neue Erkenntnis seit der Abbaubewilligung im Jahr 1997.

Eine Analyse habe gezeigt, dass sich der Kiesabbau im Norden, im Gebiet Pfaffebiel, «kurz- bis mittelfristig nicht lohnt». Aus diesem Grund soll dieses Gebiet, ein rund 3,2 Hektar grosses Areal, in die Landwirtschaftszone rückgezont werden.

Stattdessen soll die Materialabbau- und Deponiezone Richtung Westen erweitert werden. Dabei geht es um eine Fläche von gut 6 Hektaren. Die aktuellen Kiesreserven innerhalb der bestehenden Grube, südlich des jetzigen Materiallagerplatzes, reichen gemäss Planungsbericht für ein bis zwei Jahre. Bis dahin soll der zusätzliche Abbaubereich bewilligt werden können, gibt man sich optimistisch.

Dieser Optimismus wird genährt durch die Vorarbeit des Kantons. Im letzten Herbst, genau am 20. Oktober, wurde das westliche Abbaugebiet als «Emmet, Erweiterung Mitte» durch den Grossen Rat im kantonalen Richtplan «festgesetzt»; dieser verbindlichere Status ersetzt die bisher gültige «Vororientierung».

Das Areal ist neu ein «Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung zur kurz- und mittelfristigen Versorgung (bis 2035) des Aargaus mit den mineralischen Rohstoffen Steine und Erden». Eine noch weiter westlich gelegene Fläche wurde als «Vororientierung» festgehalten, wie auch das Gebiet Pfaffebiel auf diesen Status zurückgestuft wurde.

Fundstellen und Wildtiere

Die Verschiebung der Abbauzone von Norden nach Westen hat am Rand Auswirkungen auf andere Bereiche. Zum Beispiel soll der historische Verkehrsweg «Alte Kulmerstrasse» im Zuge der Rekultivierung «am ursprünglichen Ort als Flurweg» wieder hergestellt werden.

Für den nahe verlaufenden Wildtierkorridor wird zwischen Waldrand und Abbauzone ein 20 Meter breiter Streifen ausgeschieden, was im Rahmen der Richtplananpassung als angemessen beurteilt wurde. Für archäologische Funde im Gebiet Emmet/Biswind besteht laut einem Gutachten vom Oktober 2015 «keine Zerstörungsgefahr».