Lenzburg
Keine Schüsse mehr in die Erde: Dynamische Schiessanlage wird saniert

Die dynamische Anlage in der Regionalen Schiessanlage in Lenzburg wird saniert. Die kontaminierte Erde soll ausgehoben und durch unverschmutztes Aushubmaterial ersetzt werden.

, Anja Suter
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Robert Stöckli (56) in der Schiessanlage Lenzhard.

Robert Stöckli (56) in der Schiessanlage Lenzhard.

Britta Gut

«Sanierung Schiessanlage Lenzhard», heisst es im Baugesuch, welches bei der Stadt Lenzburg aufliegt (bis zum 8. Februar). Was genau das für die Regio­nale Schiessanlage Lenzhard bedeutet, erklärt Robert Stöckli. Er ist der Präsident der Interessen­gemeinschaft Dynamisches Schiessen.

«Hier auf der dynamischen Schiesslange wird seit 1983 geschossen», erklärt Stöckli. Die dynamische Schiessanlage ist nicht die einzige in der ehemaligen Kiesabbaustelle. Geschossen werden kann auch auf 25 Meter, 50 Meter, 100 Meter und 300 Meter. Dann jedoch statisch, heisst: Weder die Scheibenanlage noch der Schütze bewegen sich. Doch was muss an der dynamischen Schiessanlage alles geändert werden? «Die beiden Anlagen werden leicht verbreitert und verlängert. Sodass sie künftig exakt 100 Me-ter lang sind. Dadurch wird die Schiessanlage ein wenig mehr Platz brauchen», sagt Stöckli.

Zuvor wurde in die Erde geschossen

Der wichtigste Teil dürften jedoch die künstlichen Kugelfangsysteme sein, die auf der An­lage installiert werden. Seit 1983 schiessen die dynamischen Schützinnen und Schützen nämlich direkt ins Erdreich, wodurch dieses kontaminiert wurde. Damit ist jedoch Schluss. Geplant ist, dass im Frühling die Sanierungsarbeiten starten. Dann soll die kontaminierte Erde ausgehoben werden und durch unverschmutztes Aushubmaterial ersetzt werden. «Das Kugelfangsystem kann man sich wie eine drei Meter hohe Betonwanne vorstellen, die überdacht ist», erklärt Stöckli.

Die Kosten für die Sanierung betragen rund 350000 Franken. Daran beteiligen sich unter anderem Kanton und Bund mit Subventionsbeiträgen, die Schützengesellschaft Lenzburg und die Lenzburger Ortsbürger, welchen die ehe­malige Kiesabbaustelle gehört. Auch der Bau der Anlage schlägt nochmals mit 300000 Franken zu Buche. Diesen finanziert die IG Dynamisches Schiessen jedoch aus eigenem Sack. «Wir haben während Jahre viele Wettkämpfe veranstaltet und Geld gespart», sagt Stöckli.

Seit Ende Dezember 2020 wird auf der dynamischen Schiessanlage nicht mehr geschossen. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten bis Ende 2021 beendet sein. Die Anlage wird nicht nur von der IG Dy­namisches Schiessen genutzt. «Sondern auch von der Regionalpolizei Lenzburg, dem Verband der Aargauer Gemeindepolizei, zwei dynamischen Schiessvereinen und von Jägern», so Stöckli.