Die Velosituation am Bahnhof ist schon seit längerer Zeit chaotisch. Es gibt vier Veloabstellplätze. Die zwei in unmittelbarer Gleisnähe sind überlastet, die anderen zwei bleiben jeweils halbleer. Die im Zuge der Umbauarbeiten am Bushof entfernten Stellplätze sollen ab Juni wieder verfügbar sein – verbessert wird die Situation dadurch jedoch nicht.

Velopuff am Bahnhof Lenzburg

Velopuff am Bahnhof Lenzburg

Augenfällig ist die Unordnung auf dem Veloabstellplatz auf der Südostseite des Bahnhofs beim Gleis 6. Dort stehen die Fahrräder teils kreuz und quer neben den Veloständern, weil es einfach zu wenig Platz hat. Seitdem die Veloplätze vor dem Bahnhof bei der Bushaltestelle wegen der Bauarbeiten weichen mussten, ist der Stellplatz beim Gleis 6 die einzige schnelle Abstellmöglichkeit für Leute, die von der Ostseite zum Bahnhof kommen.

96 Plätze beim Kreisel ab Juni

Die gute Nachricht ist: Ab dem 1. Juni wird es auch vor dem Bahnhof wieder Veloabstellplätze geben. «Der neue Veloständer mit 96 Plätzen wird gleich neben dem Kreisel aufgestellt, wo früher ein Autoparkplatz war», sagt Markus Steiner, Oberbauleiter des Bushof-Provisoriums. Der vorübergehende Engpass an Veloparkplätzen werde dann ein Ende haben.

Dass diese 96 Plätze die Velosituation am Bahnhof entschärfen können, glaubt Werner Christen, Präsident von «Pro Velo Lenzburg», indes nicht: «Das sind ja nicht wirklich neue Veloplätze. Es wird zwar wieder gleich viele Plätze wie vor dem Bushof-Umbau haben, das Platzproblem bestand allerdings schon vorher.» Von einer Entlastung auf der Südostseite des Bahnhofs kann also keine Rede sein. Doch wie sieht es bei den anderen Veloabstellplätzen aus?

Ebenso akut ist die Situation laut Christen auf der Nordseite des Bahnhofs. «Die Anzahl Veloplätze beim Gleis 1 reicht bei weitem nicht aus. Dort stehen Fahrräder auf der Wiesenfläche neben dem Veloständer und sogar mitten auf der Strasse, sodass die SBB sie wiederholt beiseitestellen musste.»

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Zwei Abstellplätze unausgelastet

Nicht voll ausgelastet ist bisher hingegen die neue doppelstöckige Velostation auf der Südwestseite. Vor allem im Obergeschoss des Veloständers bleiben die Plätze regelmässig frei. Dies liegt laut Christen an der Handhabung der Velostation: «Um die Fahrräder in die oberen Halterungen zu hieven, ist ein echter Kraftakt nötig.» Die SBB hat zwar vor kurzem eine Hilfevorrichtung montiert, welche die Benutzung des Obergeschosses erleichtern soll. Man kann das Velo auf eine Schiene fahren und ein Federzug unterstützt beim Anheben des Fahrrads. Dennoch sei nach wie vor viel Kraft nötig und die Plätze liegen sehr eng nebeneinander, was die Handhabung ziemlich unpraktisch macht. «Trotzdem ist diese Velostation ein Fortschritt», sagt Christen. «Die Plätze sind gedeckt und beleuchtet.»

Eine weitere Möglichkeit, sein Velo am Bahnhof abzustellen, ist das Velodepot im ersten Stock des Bahnhofgebäudes. Auch diese Plätze sind nicht ausgelastet. Christen erklärt weshalb: «Erstens sind diese Plätze nirgends signalisiert und zweitens ist es dort dunkel und schmutzig.» Speziell für Frauen sei es nicht besonders angenehm, ihr Velo abends aus dem finsteren Raum zu holen. Ausserdem sei der penetrante Uringestank nicht gerade einladend.