Das Wetter zeigte sich gestern bei den Morgenfeiern am Lenzburger Jugendfest von seiner besten Seite.

Vergessen waren die Jugendfeste der letzten Wochen in der Region, die Opfer schlechter Witterung geworden waren. Jedoch hatte die Vegetation ebenfalls arg gelitten unter dem misslichen Wetter. So schossen unter anderem die Kornblumen nicht nach Wunsch in die Höhe. Ein Engpass des kostbaren Jugendfestflors bahnte sich an. Kornblumen-Produzentin Brigitte Vogel von der Gartenbauschule Niederlenz war bis zuletzt nicht sicher, ob der Nachfrage zum Jugendfest tatsächlich Genüge getan werden könne. «Vergangene Woche sah es auf unserem Kornblumen-Feld im Altfeld noch düster aus.» Von einer Kornblüemli-Not war am gestrigen Morgenumzug der Schuljugend allerdings nichts mehr zu spüren. Glücklicherweise. Blaue Kornblumen, garniert mit weissem Schleierkraut, leuchteten aus unzähligen Kränzchen auf den Mädchen-Köpfen und Sträusslein, die sie in den Händen trugen.

Unter den musikalischen Klängen von Concertband, Brass Band Imperial, Tambourenverein, Jungtambouren, Pfeifergruppe und Jugendspiel zogen rund 1500 Schüler durch die Gassen, vorbei am Publikum, das in Scharen den Weg säumte. Bei der Ehrentribüne vor dem Rathaus warteten die Honorationen, angeführt von Jugendfestpräsident Stadtrat Martin Stücheli, und Ehrengästen, unter ihnen Frau Landammann Susanne Hochuli und Delegationen aus den Nachbargemeinden. Die Herren grüssten die Kinder und ihre Lehrpersonen mit Zylinder-Lüften. Dass der Herr am Umzug einen Frack und am Revers eine Granatapfelblüte trägt, gehört zum guten Ton an diesem Tag. Ebenso das weisse Oberteil der Buben und das weisse Röckli der Mädchen. Wie sich gestern zeigte, müssen sich auch Traditionen Modeströmungen nicht verschliessen. Im Gleichschritt mit der Brautmode sind auch bei den Jugendfestkleidern die Farbnuancen «Elfenbein» und «Champagner» auf dem Vormarsch.