Das Programm der 26. Ausgabe des Lenzburger Gaukler- & Kleinkunstfestivals vom 16. bis 18. August tönt vielversprechend. OK-Präsident Marcel Lüscher blättert zufrieden im Festivalbooklet.

Das grosse Schaulaufen der Strassenunterhaltung ist künstlerisch so vielfältig wie sprachlich und kulturell breit gefächert. «Die Künstler sind verrückte Leute», sagt er und schmunzelt. Das sei durchaus im positiven Sinn zu verstehen. Liv & Tobi, Trapezkünstler aus Deutschland, gehören dazu. Ebenso Pizza Mama Marina. Sie versprechen «Strassentheater mit knuspriger Kruste».

Aus 350 Bewerbungen habe man auslesen können. 24 Künstlerinnen und Künstler aus Europa zeigen zwischen Freitagabend und Sonntag auf sechs Bühnen in der Innenstadt ihr Können. Lenzburg darf auf ein treues Festivalpublikum zählen, das von weither anreist. Der Anlass zählt zu den grössten seiner Art in der Schweiz. Die Besucherzahlen sind seit Jahren konstant und bewegen sich im Rahmen von 15 000 Personen, sagt Lüscher. 

Hinter den Kulissen des Gaukler- & Kleinkunstfestivals ist jedoch einiges in Bewegung: Der zweitgrösste Lenzburger Event kämpft mit Nachfolgeproblemen in der Leitung. Es gibt Vakanzen in verschiedenen Ressorts. «Wir brauchen Leute für die Ressorts Infrastruktur und Technik sowie Administration/Organisation, sozusagen die rechte Hand des OK-Präsidiums», sagt Lüscher.

Drei Vakanzen im Organisationskomitee

Auch Marcel Lüschers Job wird frei. Nach acht Jahren im OK, davon vier als dessen Präsident, will er den Stab weitergeben. «Es liegt mir sehr am Herzen, dass das Festival weitergeht. Unbedingt», sagt er mit Nachdruck und nimmt kein Blatt vor den Mund. Kann die Nachfolge an der OK-Spitze nicht geregelt werden, so stehe der beliebte Publikumsanlass in Lenzburg vor einer eher schwierigen Zukunft.

Lüscher hofft, dass es nicht so weit kommt. «Das Organisationskomitee brennt für den Event», versichert er. Und er hofft, dass der Hilferuf auf fruchtbaren Boden fällt. Ähnlich wie vor acht Jahren: Damals ist das Gauklerfestival beinahe Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Auch damals klafften Lücken im OK der schnell wachsenden Veranstaltung. Sie konnten jedoch rechtzeitig geschlossen werden. Lüscher ist zuversichtlich, auch dieses Mal wieder gute Lösungen zu finden für die Vakanzen in der Festivalleitung.

Das Budget des Gaukler- und Kleinkunstfestivals ist mittlerweile auf rund 100 000 Franken gestiegen. Einen nicht unerheblichen Beitrag machen die zusätzlich notwendig gewordenen Sicherheitsmassnahmen (Betonelemente bei den Zufahrten und Sicherheitspatrouillen) aus. Finanziert wird der Anlass hauptsächlich über Sponsorengelder. Leider sprudle diese Quelle nicht ganz wunschgemäss, bedauert Marcel Lüscher. Das OK war gefordert, neue Ertragsmöglichkeiten zu suchen. Das im letzten Jahr eingeführte freiwillige Festbändeli für fünf Franken und der Verkauf von Merchandising-Artikeln sollen bei der Finanzierung helfen. Zudem kann man für einen Jahresbeitrag von 80 Franken Festivalgönner werden. Lüscher betont, dem OK sei es ein Anliegen, dass nicht die Künstler die Zeche für diese Massnahmen bezahlen müssten. «Wir hoffen, dass die Festivalbesucher weiterhin grosszügig sind mit dem Hutgeld für die Künstler.» Es sei in Künstlerkreisen bekannt, dass das Publikum in Lenzburg nicht knauserig ist.

Wenig Engagement der Lenzburger Gastronomie

Etwas enttäuscht zeigt sich der OK-Präsident über das Desinteresse vieler Gastronomen in der Innenstadt, sich am Anlass zu beteiligen. Immerhin profitierten auch sie davon, sagt er.

Das Gaukler- & Kleinkunstfestival startet am Freitag, 16. August, um 18.30 Uhr auf allen sechs Bühnen in der Altstadt. Die Gaukeleien gehen jeweils ab Samstag- und Sonntagmittag weiter. Das Festival endet am Sonntag um 17 Uhr mit der Vergabe des Publikumspreises.

Nebst den Gauklern aus aller Welt reisen vierbeinige Gäste aus der Innerschweiz nach Lenzburg. Die «Rigi Barry & Friends» sind am Samstagnachmittag auf einem Rundgang zu bestaunen. Das detaillierte Festivalprogramm ist unter www.gauklerfestival.ch zu finden.

Für das Wochenende sind die Wettervorhersagen etwas durchzogen. Marcel Lüschers Blick geht mehr als üblich auf die Meteo-App. «Wir sind zuversichtlich, dass das Wetter mitmacht», gibt er sich auch in diesem Fall optimistisch. Bei schlechter Witterung wird das Festival auf die Bühnen «Metzgplatz», «Unter den Arkaden» und «Gemeindesaal» reduziert.